„Mia san Kult!“: Bundesliga-Profi Stefan Lex über seine alte Liebe TSV Buchbach

Stefan Lex, hier im Duell mit den Hoffenheimern Pirmin Schwegler (li.) und Tobias Strobl, wie man ihn kennt: Immer bissig, stets fair

Stefan Lex, hier im Duell mit den Hoffenheimern Pirmin Schwegler (li.) und Tobias Strobl, wie man ihn kennt: Immer bissig, stets fair

Einer, der noch immer das „Buchbach-Gen“ in sich trägt, ist Stefan Lex. Der gebürtige Erdinger und heutige Bundesliga-Profi des FC Ingolstadt gehörte drei Jahre lang dem Kultklub an (07/2009-12/2012). Und noch heute verkörpert er die Tugenden, die den TSV so einzigartig machen.

Stefan Lex, nach sieben Jahren bei Eintracht Freising haben Sie sich 2009 dem TSV Buchbach angeschlossen. Was war damals ausschlaggebend für den Wechsel?

Stefan Lex: In erster Linie zählte der sportliche Aspekt. In Freising habe ich in der Bezirksoberliga, also zwei Ligen darunter gespielt. Ich wollte mich sportlich verbessern, zu dieser Zeit bekam ich verschiedene Anfragen. Letztlich haben die familiäre Atmosphäre, die intensiven Buchbacher Bemühungen und das ganze Umfeld den Ausschlag gegeben. In Freising hatten wir 150 Zuschauer, wenn’s hochkam, und die sind 50 Meter entfernt hinter der Tartanbahn gesessen. In Buchbach kamen im Schnitt 800 bis 900 Zuschauer zu den Spielen – und die waren total nah dran. Vor meinem Wechsel habe ich mir noch ein Heimspiel angesehen und das hat mich überzeugt. Ich wollte ein Teil davon sein. Der Wechsel war definitiv die richtige Entscheidung.

Sie heben die Nähe zu den Zuschauern und das familiäre Umfeld hervor. Sind das Aspekte, die Sie beim FC Ingolstadt auch vorfinden?

Lex: Mit Sicherheit. Immer dann, wenn ich das absolute Vertrauen spüre, kann ich meine Top-Leistung abrufen. Da trägt das Umfeld dazu bei, die Zuschauer, aber auch das Klima innerhalb der Mannschaft sowie im Trainerteam. Auch, dass wir uns in Ingolstadt viel Zeit nehmen für die Fans, unterscheidet uns von vielen größeren Klubs. In Buchbach war es nie eine Last, nach den Spielen mit den Fans zusammenzusitzen. Wer drei, vier Ligen weiter unten spielt, kennt das bestimmt. Die Vereinsführung musste das nie einfordern, weil sich jeder von sich aus mit den Mitspielern und den Fans an einen Tisch gesetzt hat. Das ist nach wie vor so, glaube ich.

Sie haben auch die Bayernliga-Zeiten in Buchbach hautnah miterlebt. Wie beurteilen Sie seitdem die Entwicklung des Vereins?

Lex: Vom fußballerischen Vermögen her waren wir lange nicht so weit wie die heutige Mannschaft. In spielerischer Hinsicht hat sich die Mannschaft sehr weiterentwickelt. In Buchbach wird inzwischen sehr ansehnlicher Fußball gespielt. Den Kampf und die Leidenschaft hat sich der TSV Buchbach dennoch bewahrt. Natürlich ist das ganze Umfeld seitdem auch gewachsen. Aus dem Abenteuer Bayernliga ist ein gefestigter Regionalligist geworden. Die Verantwortung lastet aber weiterhin auf vielen ehrenamtlichen Schultern. Anders wäre es nicht möglich, mit Vereinen wie Jahn Regensburg oder Wacker Burghausen Schritt zu halten.

Welche Attribute haben Sie sich als Fußballspieler beibehalten, die Sie in Buchbach geprägt haben?

Lex: Naja, es ist nach wie vor so, dass ich vom Kampf und der Leidenschaft lebe. Ich gebe alles bis zum Schluss. Das hat mich schon immer ausgezeichnet, aber in Buchbach hat sich das noch mehr eingeschärft. Ich schätze, in rund 50 Prozent der Spiele stand es zur Halbzeit Unentschieden oder wir lagen sogar hinten. Und oft haben wir das umgebogen, weil wir nie aufgegeben haben. Wir haben gemerkt, was mit dem unbedingten Willen sportlich möglich ist.

Eine Aufnahme aus dem Jahr 2012: Stefan Lex als Spieler des TSV Buchbach

Eine Aufnahme aus dem Jahr 2012: Stefan Lex als Spieler des TSV Buchbach

Haben Sie noch Freunde im Verein?

Lex: Mit fünf, sechs Spielern des aktuellen Kaders, mit denen ich zusammengespielt habe, pflege ich den Kontakt. Zum Beispiel mit Thomas Breu. Leider kann ich nicht so oft vor Ort sein, wie ich das möchte, nachdem ich selbst meistens am Samstag spiele. In dieser Saison habe ich bisher erst ein Spiel gesehen, gegen unsere Zweite Mannschaft (Anm.: 3:2 über den FC Ingolstadt II), da hat es vom Spielplan her mal gepasst. Umso mehr freue ich mich jetzt auf das Spiel gegen Regensburg.

Wie äußern sich Ihre ehemaligen Mitspieler über das SPORT1-Livespiel?

Lex: Ich kann das ja selbst noch beurteilen. Zu meiner Zeit war immer wieder die Rede davon: „Wir wollen mal im Fernsehen kommen, vielleicht schaffen wir das über den DFB-Pokal“. Allein, als nach der Regionalliga-Reform über BFV.TV die Präsenz im Internet größer wurde, war das für uns Spieler ein Highlight. Wir brauchen nicht drum rum reden: Als Partien anderer Klubs, wie zum Beispiel ein DFB-Pokal-Spiel des FV Illertissen, im Fernsehen übertragen wurden, haben wir immer neidisch darauf geschaut. Jetzt ist es endlich auch in Buchbach soweit!

Drei Schlagworte, die Sie mit dem TSV Buchbach verbinden!

Lex: Also dieses „Mia san Kult“, das seit einigen Jahren das Motto des Vereins ist, gehört auf jeden Fall dazu. Außerdem „Heimstärke“, „Herzblut“ und „Zusammenhalt“.

Wie, denken Sie, wird die Partie gegen den SSV Jahn Regensburg ausgehen?

Lex: Ich hoffe, dass sie sich für die Hinspiel-Niederlage (Anm.: 1:3) revanchieren können. Damals war die Euphorie groß, als es mit dem Fanzug nach Regensburg ging, der Spielverlauf war dann eher enttäuschend. Ich hoffe und gehe fest davon aus, dass das Livespiel einen zusätzlichen Kick auslöst. Buchbach geht als Sieger vom Platz, ich tippe auf ein knappes 2:1.

Wissen Sie bereits, wo Sie während des Spiels sitzen werden?

Lex: Das steht noch nicht fest. Auf der Bank jedenfalls nicht (lacht).


Co-Kommentator und Losfee

Der Ex-Buchbacher Lex wird am Sonntag SPORT1-Kommentator Jörg Dahlmann als Experte zur Seite stehen. Nach der Partie lost der 26-Jährige außerdem die Aufstiegsrunde zur 3. Liga aus.

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