Interview mit Abteilungsleiter Grübl zum Saisonabschluss

Günther Grübl, Abteilungsleiter Fußball

Günther Grübl, Abteilungsleiter Fußball

Der TSV Buchbach hat auch seine vierte Saison in der höchsten deutschen Amateurklasse, der Regionalliga Bayern, mit Bravour gemeistert. Mit 48 Punkten erkämpften sich sie Rot-Weissen einen beachtlichen achten Tabellenplatz. Sehr viele Vereine in der der Regionalliga Bayern spielen im Profi-Modus. Die Buchbacher nicht. Umso bemerkenswerter ist daher das Abschneiden des TSV Buchbach in dieser Liga, das dem „kleinen Dorfverein“ eigentlich niemand so richtig zugetraut hat. Aber die Rot-Weissen haben bewiesen, dass sie es können. Wie das geht, dazu konnten wir Abteilungsleiter Günther Grübl einige Fragen stellen.

Herr Grübl, wie geht das? Ein kleiner Verein in diesem Haifischbecken Regionalliga, in dem sich Profi-Zweite und Semi-Profimannschaften tummeln?

Das ist einfach zu beantworten. Dazu braucht es einige Faktoren. Wir haben eine klare Philosophie, hinter der wir absolut stehen. Unsere Regionalligamannschaft muss wissen, was der TSV Buchbach will: Leidenschaft, Herzblut, Kampfgeist und Identifikation mit dem TSV. Das wollen wir sehen. Auf dem Trainingsplatz, bei den Spielen und insbesondere auch im Umgang mit unseren grandiosen Fans. Und dazu brauchen wir die Hilfe der vielen Unterstützer, ob Sponsoren, Gemeinde, Helferinnen und Helfer, die uns bisher in einer Weise unter die Arme greifen, die wahrlich nicht selbstverständlich ist. Unsere Heimspiele sind Volksfeste. Das macht auch das Flair aus, dass sich die Fans in unserer SMR-Arena wünschen.

Nach einer durchwachsenen Vorrunde gab das Team in der Rückrunde mächtig Gas. Worauf führen Sie das zurück?

Die Aussage „durchwachsene Vorrunde“ möchte ich so nicht stehen lassen. Wir haben mit Daniel Maus, Maxi Knauer, Kevin Hingerl und Mijo Stijepic eine der besten Achsen in der Regionalliga Bayern verloren. Dass Spieler wie Thomas Leberfinger oder Patrick Walleth, bevor sie zu uns kamen, ein halbes Jahr keine Spielpraxis mehr hatten, wußten wir. Und gaben ihnen auch die Zeit, sich wieder heranzuarbeiten. Man darf auch die Winterverpflichtung Florian Pflügler nicht vergessen, der für uns ein Glücksfall war. Mittlerweile ist unsere Mannschaft zusammengewachsen und ist unglaublich lernfähig. Ich denke, dass ist das Ergebnis der hervorragenden Arbeit unseres Trainerteams. Wir sind ja jede Saison gezwungen, junge Spieler mit viel Talent aus unteren Ligen an das Regionalliga-Niveau heranzuführen. Ich möchte hier z.B. Moritz Löffler, Maxi Bauer oder Patrik Drofa nennen. Das können unsere Trainer in herausragender Weise. Aber es geht eben nicht in ein paar Wochen Vorbereitung, sondern es ist ein Prozess, bei dem unsere jungen Spieler auch Geduld aufbringen müssen. Und auch das Winter-Trainingslager trägt aus meiner Sicht großen Anteil an dem Umstand, dass wir in der Rückrunde immer einen Tick besser abschneiden, als in der Vorrunde.

Gibt es schon Personalplanungen für die Regionalliga-Saison 2016 / 2017?

Nun, mit den Spielern des aktuellen Kaders gibt es bereits seit geraumer Zeit Vereinbarungen für die anstehende Spielzeit. Allerdings ist der Kader eher dünn aufgestellt, nachdem uns in der Winterpause einige Spieler verlassen haben. Wir werden deshalb versuchen, für die neue Saison den ein oder anderen jungen, talentierten und ehrgeizigen Spieler vom TSV Buchbach zu überzeugen, und ihn unter Leitung von Anton Bobenstetter und Walter Werner weiter zu entwickeln.

Herr Grübl, Sie sind seit nunmehr 25 Jahren Fußball-Abteilungsleiter des TSV Buchbach. Eine unglaublich lange Zeit. Und eine unglaublich erfolgreiche Zeit. Ziehen Sie doch bitte ein kleines Resumee.

Wir haben alle viel erreicht und es hat mir richtigen Spaß gemacht. Als ich 1991 mein Amt antrat, spielte der TSV Buchbach in der damaligen C-Klasse. Und jetzt – 25 Jahre später – sind die Rot-Weissen ein fester Bestandteil in der höchsten Amateurliga in Deutschland. Unsere SMR-Arena ist Volksfestplatz und Schauplatz von sportlichen Höhepunkten zugleich. Auf diese unglaubliche Entwicklung blicke ich mit Stolz zurück, möchte mich aber auch bei den vielen Weggefährten bedanken, die mitgeholfen haben, dass der TSV Buchbach diesen Weg gehen konnte. Es wurden uns durchaus auch Steine in den Weg gelegt, und unsere Möglichkeiten entsprechen nicht dem Großteil der anderen Regionalliga-Vereine. Dennoch haben wir diese Herausforderungen immer wieder angenommen, und uns an die Arbeit gemacht. Es ist für mich ein sehr erfüllendes Gefühl, wenn ich all dies im Rückblick auf meine 25 Jahre als Abteilungsleiter Fußball des TSV Buchbach betrachte.
Vielen Dank für das Gespräch, Herr Grübl.

Buchbach zum achten Mal ungeschlagen

1:1 am Freitagabend gegen den TSV 1860 München II – Hain erzielt Ausgleich

Patrick Walleth und Kevin Pino Tellez (rechts) beim Kampf um den Ball

Patrick Walleth und Kevin Pino Tellez (rechts) beim Kampf um den Ball

Der TSV Buchbach bleibt auch im achten Spiel in Folge ungeschlagen: Am Freitagabend erreichte die Mannschaft von Anton Bobenstetter und Walter Werner in der Fußball-Regionalliga Bayern ein 1:1 gegen den TSV 1860 München II und kletterte zumindest vorübergehend auf Platz sechs.

Auf nassem aber gut bespielbarem Rasen in der SMR-Arena mussten die Buchbacher auf den erkrankten Florian Pflügler verzichten, machten aber dennoch in der Abwehr einen soliden Eindruck. So waren in den ersten 45 Minuten Chancen eher dünn gesät, die erste hatte Nico Andermatt, dessen Schuss aber neben dem Kasten landete (10.). Auf der anderen Seite fand Thomas Hamberger zwei gute Gelegenheiten vor: Erst lenkte Keeper Kai Fritz den Ball zur Ecke (22.) und nach einer Flanke von Thomas Motz klärte Kapitän Michael Kokocinski knapp vor der Linie (26.).

Sandro Volz ist beim Strafstoß von Felix Weber machtlos

Sandro Volz ist beim Strafstoß von Felix Weber machtlos

Die Führung für die kleinen Löwen in der 28. Minute war einigermaßen überraschend: Jimmy Marton hob im Strafraum geschickt ab und Felix Weber verwandelte vom Punkt. Glück für die Buchbacher wenig später, dass Foti Kadis eine Flanke von Simon Seferings nicht mehr erwischte, als sich der Anhang der Rot-Weißen schon mit einem Rückstand zur Pause abgefunden hatte, köpfte Maxi Hain eine Ecke von Thomas Breu zu seinem ersten Saisontreffer in die Maschen (45. + 3).

Nach dem Wechsel nahm die Partie Fahrt auf und wurde richtig lebhaft. In der 55. Minute jubelten die Hausherren aber zu früh, als Hamberger Breu bediente, der zwar einnetzte, aber auch in Abseits stand. Eine Minute späte köpfte Maxi Bauer nach Flanke von Leberfinger am Pfosten vorbei und  in der 69. Minute hätte Hain fast seinen zweiten Saisontreffer markiert, doch nach Flanke von Ali Petrovic ging sein Kopfball knapp über die Latte. Auch der eingewechselte Lukas Dotzler hatte noch ein dickes Ding (74.), Weber (76.), Seferings (80.) und Marton (81.) hätten in der Folge für die kleinen Löwen treffen können.

Insgesamt eine unterhaltsame Partie mit gutem Tempo, aber letztlich merkte man beiden Mannschaften ein wenig an, dass es um nichts mehr ging. Den Saisonabschluss bestreiten die Buchbacher bereits am Mittwoch um 19 Uhr in Unterhaching.

Simon Seferings bleibt in dieser Szene Kopfballsieger gegen Aleks Petrovic und Maxi Drum

Simon Seferings bleibt in dieser Szene Kopfballsieger gegen Aleks Petrovic und Maxi Drum

TSV Buchbach: Volz – Leberfinger, Hain, Drum, Motz – Petrovic, Löffler – Hamberger (64. Denk), Walleth, Bauer (87. Hellinger) – Breu (64. Dotzler) . Trainer: Bobenstetter/Werner

TSV 1860 München: Fritz – Kovac (60. Kelmendi), Weber, Kococinski, Scheidl – Genkinger, Pino Tellez – Andermatt (90. Steinhart), Seferings, Katidis (72 Bachschmid) – Marton. Trainer Kovacevic

Tore: 0:1 Weber (28., Foulelfmeter) 1:1 Hain (45. + 3)

Schiedsrichter: Hartmeier (SC Dettelbach)

Zuschauer: 803

Gelb: Hain, Drum, Löffler – Weber

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