Drofa: Buchbach war meine beste Wahl

Niederbayer fühlt sich bei den Rot-Weißen trotz langer Fahrtstrecken pudelwohl

Patrick Drofa erzielte beim 2:2 am vergangenen Samstag in Rosenheim seinen dritten Saisontreffer, die Kollegen Markus Grübl, Aleks Petrovic; Moritz Sassmann und Tommy Breu gratulieren (von links)

Mit seiner Schnelligkeit gehört Patrick Drofa zu den wichtigen Waffen beim gefürchteten Buchbacher Umschaltspiel – seit Sommer 2015 jagt der Niederbayern im Team der Oberbayern dem Ball in der Fußball-Regionalliga Bayern nach, hat seither 71 Spiele bestritten und dabei 13 Treffer erzielt. Am Freitag geht’s für Drofa und Co. mal wieder gegen die niederbayerischen Kollegen vom SV Schalding-Heining.

„Die Entscheidung nach Buchbach zu gehen habe nie bereut, ganz im Gegenteil, ich fühle mich pudelwohl“, sagt der 26-Jährige trotz des enormen Aufwands, den er betreiben muss. 95 Kilometer einfache Fahrtstrecke liegen zwischen Buchbach und seinem Wohnort Vilshofen, unter einer Stunde und 15 Minuten praktisch nicht zu schaffen. „Bei der Hinfahrt geht es wegen des Berufsverkehrs auf den besser ausgebauten Straßen immer über die Dörfer, bei der Heimfahrt ist es etwas leichter.“ Wie viele Stunden der Flügelflitzer in den zweieinhalb Jahren bislang auf der Straße zugebracht hat, will er gar nicht wissen. In den ersten drei Monaten seines Engagements hat der Einkäufer einer großen niederbayerischen Elektrofirma noch Vollzeit gearbeitet, hat dann aber schnell gemerkt: „Bei den Heimfahrten bin ich einfach immer zu müde geworden. Das hätte auf Dauer nicht geklappt.“ Seither hat  Drofa die Stundenzahl runter geschraubt: „Ich habe super Kollegen, die abends auch mal länger bleiben. Und zum Glück ist auch mein Chef ein Fußball-Verrückter. Sonst wäre das schon schwierig.“

Auch aufgrund der langen Autofahrten hatte der Vilshofener in der ersten Zeit immer  Probleme mit dem Rücken: „Wir haben da aber ein gutes Konzept gefunden.“ Heißt: „Ich bin mindestens ein Mal in der Woche bei den Buchbacher Physiotherapeuten, um die Muskulatur zu lockern und habe auch bei mir einen Physio, das ist alles super organisiert. Wichtig ist aber die eigenständige Pflege, das Dehnen, die speziellen Übungen. Auch wenn es mich manchmal nicht freut, weiß ich ganz genau, dass ich Probleme bekomme, wenn ich die Übungen nicht mache.“

Vor seinem Wechsel nach Buchbach hat Drofa fünf Jahre beim FC Alkofen in der Kreis- und in der Bezirksliga gespielt und hat sich erst mal auf die berufliche Ausbildung konzentriert: „Das stand im Vordergrund, aber als Anton Bobenstetter angerufen hat, habe ich die sportliche Herausforderung angenommen. Da wollte ich es schon wissen.“

Patrick Drofa beim Pokalpiel gegen den Drittligisten Unterhaching im Duell mit Max Dombrowka

Bis Sommer nächsten Jahres läuft sein Vertrag bei den Rot-Weißen und prinzipiell möchte der quirlige Außenbahnspieler auch bleiben: „Wir funktionieren als Team super, verstehen uns gut. Es macht einfach Spaß. Mit gefällt die familiäre Atmosphäre, die Funktionäre und Trainer sind super und verstehen es immer wieder Spieler zu holen, die uns weiterhelfen und auch zu uns passen.“ Die Gespräche über eine Vertragsverlängerung werden aller Voraussicht im Winter geführt. „Anfragen aus Schalding und von anderen niederbayerischen Vereinen hat es ja auch in der Vergangenheit immer mal gegeben. Mein Fokus liegt jetzt noch nicht darauf, was im Sommer ist, wir wollen bis zur Winterpause noch möglichst viele Punkte sammeln, um unser großes Ziel Klassenerhalt möglichst bald zu erreichen“, so Drofa, der erst einmal bis zum Sommer so viele Spiele wie möglich bestreiten und auch noch einige Tore erzielen will: „Das sollten schon noch ein paar mehr werden.“

Gegen Schalding – zum Training hätte Drofa bei den Niederbayern gerade mal 15 Minuten – zählt für Buchbachs Nummer neun nur ein Sieg: „Wir wollen dieses Heimspiel unbedingt gewinnen. Nach dem schlechten Spiel und der Niederlage in Schalding hat es ordentlich gestaubt, das war auch richtig. Aber danach haben wir ja gleich die Löwen geschlagen. Jetzt wollen wir das so machen, dass wir erst Schalding schlagen und dann gleich im Grünwalder nachlegen“, schmunzelt Drofa und setzt lachend noch einen drauf: „Die sechs Punkte für uns brauchen die Löwen gar nicht, die werden auch so Meister.“

Für das Gastspiel der Rot-Weißen am 20. November (20 Uhr) im Grünwalder gibt es noch Restkarten (Haupttribüne Block A, Reihe 1 – 4) zu 24 Euro, die ausschließlich beim Heimspiel gegen Schalding am Fanshop verkauft werden.

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