Bobenstetter: Extrem bitter für meine Jungs

Buchbacher 1:2 bei den Löwen in letzter Sekunde – Ausgleich durch Leberfinger

Was für ein Pech für den TSV Buchbach! Bis tief in die Nachspielzeit hinein sah es bei der Regionalliga-Partie am Dienstagabend bei den Münchner Löwen nach einer Punkteteilung aus, doch mit seinem Abstaubertor zum 2:1-Sieg in der 94. Minute machte Jan Mauerberger alle Hoffnungen der Rot-Weißen zunichte.

„Ich hoffe bloß, dass die Tränen bei uns schnell trocknen“, sagt Buchbachs Trainer Anton Bobenstetter, dessen Team dem Tabellenführer einen heißen Tanz geliefert hat: „Klar waren die Löwen überlegen, aber wir sind überall mitgelaufen und haben wenig zugelassen. Wenn man beim Spitzenreiter durch zwei überraschende Schiedsrichterpfiffe verliert, hat man nicht viel verkehrt gemacht.“

Überraschend war vor allem der Führungstreffer der Münchner, denn nach einer Ecke von Philipp Steinhart pfiff Schiedsrichter Florian Badstübner das Klammern von Maxi Hain gegen Sascha Mölders. „Die Löwen waren schon alle im Spurt zurück, auf der Bank hat niemand reklamiert. Solche Situation spielen sich ja bei jeder Ecke und bei jedem Freistoß im Strafraum ab. Wenn man das immer pfeift, gibt es in jedem Spiel ein Dutzend Elfmeter“, wunderte sich Bobenstetter. Markus Ziereis nahm die Einladung jedenfalls dankend an und verwandelte souverän vom Punkt weg. Weniger souverän dann die Aktion von Ziereis in der 22. Minute, als er den Ball aus drei Metern nicht im Kasten von Daniel Maus unterbrachte.

Mitte der ersten Hälfte hatten sich die Rot-Weißen aus der anfänglichen Umklammerung gelöst und konnten ihrerseits einige Nadelstiche setzen, wobei Zweitliga-Referee Badstübner in der 41. Minute Gnade vor Recht walten ließ, als Petrovic mit unsauberen Mitteln am Kopfball gehindert wurde. „In solchen Situationen kriegt man halt auch nicht leicht den Pfiff“, weiß Buchbachs Trainer, der aber drei Minuten später jubeln konnte, als Thomas Leberfinger den Ball nach einem Freistoß per Vollspann ins rechte Ecke hämmerte.

Nach dem Seitenwechsel blieben die Blauen zwar dominant, doch Buchbach ließ nichts zu. „Da müssen wir ruhiger bleiben und die Situationen besser ausspielen“, ärgerte sich Löwen-Coach Daniel Bierofka, den längst nicht mehr auf der Bank hielt. Laut schimpfend und wild gestikulierend tobte „Biero“ durch seine Coachingzone. „Mausi musste bis zur Schlussphase keinen einzigen Ball fangen, das sagt schon einiges“, so Bobenstetter, der von Minute zu Minute mehr an das kleine Wunder glaubte. Doch dann die 94. Minute: Maxi Drum, der kurzfristig in die Innenverteidigung beordert wurde, weil Moritz Moser beim einzigen Rasentraining seit dem Trainingslager umgeknickt war, sprang der Ball an der Seitenlinie an Hand und Hüfte, der Linienrichter ließ weiterlaufen, doch Badstübner entschied auf Freistoß, den Nico Andermatt vors Tor brachte, wo Mölders zum Kopfball kam, den Maus noch abwehren konnte, ehe Kapitän Mauersberger für das späte Löwen-Glück sorgte. Bobenstetter: „Das ist so bitter für meine Jungs, die so viel Laufarbeit verrichtetet haben. Der Schiedsrichter hat das Spiel wirklich klasse geleitet, aber diese beiden Pfiffe waren wirklich bitter für uns.“

TSV 1860 München: Hiller – Koussou, Wein, Mauersberger, Köppel – Seferings (62. Andermatt), Steinhart – Türk, Karger (70. Kindsvater) – Ziereis (81. Bachschmid), Mölders. Trainer: Bierofka.

TSV Buchbach: Maus – Grübl, Leberfinger, Drum, Brucia – Hain, Walleth – Drofa (78. Breu), Petrovic, Sassmann (63. Bauer) – Denk (60. Kwatu). Trainer: Bobenstetter/Werner.

Tore: 1:0 Ziereis (16., Foulelfmeter), 1:1 Leberfinger (44.), 2:1 Mauersberger (94.)

Schiedsrichter: Badstübner (Windsbach)

Zuschauer: 12 500

Gelb: Seferings, Mölders – Hain, Drum, Leberfinger, Grübl, Bauer.

Fotos und Text: © mb.presse, weitere Veröffentlichungen nur mit Zustimmung des Autors

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