Kaputte Buchbacher bei ausgeruhten Schwaben

Bobenstetter-Elf muss am Freitag um 19 Uhr beim FC Augsburg II ran – Hain versucht’s

Termin-Wahnsinn Teil 4: Am Freitag muss der TSV Buchbach um 19 Uhr beim FC Augsburg II zum vierten Spiel innerhalb von zehn Tagen antreten und hofft trotz der irren Belastung nach drei Niederlagen auf Zählbares. „Hoffentlich gelingt uns endlich mal der Führungstreffer, der in den letzten drei Spielen jedes Mal möglich gewesen wäre“, so Trainer Anton Bobenstetter.

„Wir werden vom Verband angemacht, weil wir der einzige Verein sind, der wegen des Spielplans Stress macht. Ist doch klar, weil wir auch der Verein sind, der die größten Nachteile hat“, Buchbachs Trainer Anton Bobenstetter (links) und Walter Werner sind ebenso sauer wie Sportlicher Leiter Georg Hanslmaier (rechts).

Der erfahrene Coach macht sich große Sorgen um den Klassenerhalt: „Wir lassen uns vom Blick auf die Tabelle nicht täuschen. In der letzten Saison haben bei 18 Mannschaften 41 Punkte nicht gereicht, deswegen ist uns klar, dass wir mindestens 45 Punkte brauchen.“ Sieben Punkte aus sieben Spielen sollten theoretisch machbar sein, doch Bobenstetter erklärt: „Die Aufgaben in Augsburg und kommenden Freitag gegen Bayern werden brutal hart.“ Trotz insgesamt positiver Bilanz gegen Augsburg II tun sich die Rot-Weißen in der Rosenau traditionell schwer und dann kommt vor allem hinzu, dass die Augsburger Profi-Reserve nach sieben Tagen Pause ausgeruht in die Partie gehen kann, während die Gäste auf dem Zahnfleisch daherkommen. „Die letzten beiden Tage war nur Wundenlecken angesagt“, so Bobenstetter, dessen Team nach der unglücklichen 0:3-Niederlage am Dienstag gegen Ingolstadt „am Boden zerstört“ war. „Irgendwie müssen wir wieder aufstehen“, so der Coach, der mit den Spielansetzungen hart ins Gericht geht: „Uns werden einfach die Heimspiele verschoben, wir müssen vier Mal in zehn Tagen ran und unser Konkurrent Bayreuth darf spielen, wann er mag, also dann, wenn es beim Gegner um nichts mehr geht. Im schlimmsten Fall müssen wir dann tatenlos zusehen, wie uns Bayreuth überholt.“ Insbesondere nervt den Trainer, dass jetzt die Partie Bayreuth gegen Garching wegen des Pokals erneut verschoben wurde: „Dieses Spiel stand im November letzten Jahres auf dem Programm und hätte längst nachgeholt werden müssen. Gerade die Bayreuther fordern ja jedes Jahr, dass die Saison erst im August beginnen und dass es Ende Januar weitergehen soll, sagen aber dann die Spiele im November und im Februar ab. Dann muss halt mal wirklich das Heimrecht getauscht werden.“

Entgegenkommen hätte sich Bobenstetter auch von den Augsburgern gewünscht: „Die Partie war ja für Samstag angesetzt, wurde dann wegen der Bundesliga auf Freitag vorverlegt. Unsere Bitte, die Partie wegen des Spielplans, der uns aufgedrückt wurde, auf Sonntag zu verlegen, hat Augsburg abgelehnt.“ Verständlich, erhoffen sich die Augsburger, die ja auch noch um den Klassenerhalt kämpfen, gegen kaputte Rot-Weiße bessere Chancen als gegen eine Buchbacher Mannschaft, die wenigstens zwei Tage länger Zeit zu Regenerieren gehabt hätte. Aber hätte da nicht eben jener Verband, der die Buchbacher Heimspiele verlegt hat, auch hier regulierend eingreifen müssen, um wenigstens die schlimmsten Härten abzufedern?

Das einzig Positive ist, dass Bobenstetter trotz der immensen Beanspruchung bis auf Christian Brucia wohl den gesamten Kader nach Augsburg mitnehmen kann. Auch Kapitän Maxi Hain will auf die Zähne beißen. „Die Kapsel im Sprunggelenk ist kaputt, die Bänder in Mitleidenschaft gezogen und mit dem Bluterguss kommt er in keinen Schuh. Deswegen soll der Schuh jetzt aufgeschnitten werden, damit das Ei Platz hat“, erklärt Bobenstetter und fügt an: „Wenn man Spieler mit solcher Mentalität hat, ist das für jeden Trainer eine große Freude. Deswegen werden wir in Augsburg das machen, was wir immer tun: Rennen und kämpfen bis zum Umfallen. Hoffentlich belohnen wir uns dann auch mal wieder.“

Fotos und Text: © mb.presse, weitere Veröffentlichungen nur mit Zustimmung des Autors

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