Erfolgscoach bringt seine Kompetenzen ab Sommer als Sportlicher Leiter im Verein ein

Paukenschlag im Trainingslager des TSV Buchbach: Anton Bobenstetter informierte am Dienstag in Portugal seine Mannschaft, dass er am Ende der Saison sein Amt als Trainer niederlegen wird. Der 57-Jährige steht seit neun Jahren ohne Unterbrechung auf der Kommandobrücke des Fußball-Regionalligisten und sieht die Zeit gekommen, sich von der vordersten Front zurückzuziehen.

Trainer Anton Bobenstetter, hier im Trainingslager an der Algarve, zieht sich am Saisonende aus dem Trainergeschäft zurück

„Ich bleibe zu hundert Prozent dabei und stelle dem Verein mein Wissen und mein Netzwerk weiter voll motiviert zur Verfügung“, so Bobenstetter, der zusammen mit Georg Hanslmaier die Sportliche Leitung übernimmt. Mit Bobenstetter geht nach sieben Jahren der letzte Trainer von Bord, der schon bei der Einführung der fünfgleisigen Regionalliga mit insgesamt 92 Vereinen in der Verantwortung stand. „Ich habe diesen Zeitpunkt aus zwei Gründen gewählt: Zum einen sind es gesundheitliche Probleme. Es zwickt einfach vorne und hinten, oben und unten. Zum anderen lässt die sensationelle Tabellensituation diesen Schritt zu. Wir stehen mit zwei Punkten Rückstand hinter dem Dritten auf Platz sieben, haben mit 37 Toren den viertbesten Angriff der Liga, liegen in der oberen Hälfte der Fairplay-Tabelle. Die Mannschaft ist super intakt und hat Großartiges geleistet. Ich will jetzt einfach nicht mehr an vorderster Linie stehen und lasse jetzt Jüngere ran.“

Die Gespräche mit potentiellen Nachfolgern laufen bereits, sicher ist, dass es beim TSV Buchbach auch künftig keinen hauptamtlichen Trainer geben wird. Trainer Andi Bichlmaier, Torwart-Trainer Roland Schreiner und Co-Trainer Sepp Harlander bleiben ohnehin weiter an Bord, so dass der neue Mann auf ein in allen Bereichen geordnetes Umfeld trifft. „Wir können und wollen unsere Strukturen nicht verändern“, so Bobenstetter, der in Summe 19 Jahre als Trainer in Buchbach das Sagen hatte: „Ich hatte immer Erfolg, auch bei meinen Stationen in der Landesliga bei Ampfing und Markt Schwaben, bin nie entlassen worden und konnte den Zeitpunkt des Abschieds immer selbst wählen. Meine künftige Position beim TSV Buchbach sehe ich wichtiger an als ein weiteres Verbleiben auf der Trainerbank.“

Mit seinem Wechsel in die Sportliche Leitung – viele Aufgaben hat Bobenstetter ja schon seit Jahren wahrgenommen – sieht der scheidende Coach seinen Verein breiter aufgestellt als bisher: „Ich hatte immer das Glück, dass die Trainer an meiner Seite das Training selbständig gemacht haben, während ich mit dem Handy auf dem Platz stand, mit Spielern und Beratern telefoniert habe. Die Aufgaben werden ja nicht weniger, da sind zwei Mann in der operativen Leitung ohnehin nicht viel. Die Regionalliga hat Niveau, macht Spaß und deswegen werde ich mit meinem Erfahrungsschatz begeistert mithelfen, dieses einzigartige Projekt weiter erfolgreich zu gestalten.“

Die Buchbacher Erfolgsgeschichte begann ja schon vor über 25 Jahren mit Bobenstetter in den damals tiefsten Niederungen des Amateurfußballs: „Es ist einfach schön, wenn man in dem Ort, in dem man aufgewachsen ist, mit Freunden über so viele Jahre zusammenarbeite kann. Den Verantwortlichen, den Gönnern und Sponsoren und den Freunden, die immer zu mir gehalten haben, bin ich dafür unendlich dankbar.“ Nach dem Deutschen Rekord und dem Auftritt im „Aktuellen Sportstudio“ war natürlich der Aufstieg in die Regionalliga eines der großen Highlights. „Das war wunderschön, aber sieben Jahren in der Liga zu bleiben ist noch mal eine ganz andere Nummer.“

Gerade die exzellenten Kontakte von Bobenstetter bedeuten die Zukunft der Rot-Weißen. „Ich habe ja alle Spieler, die jetzt da sind, selber geholt. Viele sind schon seit langer Zeit dabei, einige schon seit neun Jahren. Diese Jungs möchte ich auch weiter begleiten.“ Vom Spagat Woche für Woche möglichst Siege zu liefern und gleichzeitig schon die Planungen fürs nächste halbe Jahr voranzutreiben, sieht sich Bobenstetter jetzt befreit: „Die Aufgaben im Management liegen mir und machen mir Spaß, es hat mich ja keiner gezwungen, diesen Job schon seit Jahren mit zu machen, aber jetzt bin ich erst einmal froh, wenn ich nicht mehr an vorderster Front stehen muss. Natürlich ist es schön als Trainer, wenn man nach Siegen in die glücklichen Gesichter der Fans und Freunde sehen kann, zum jetzigen Zeitpunkt kann ich nicht sagen, ob ich noch mal als Trainer arbeiten werde, ich kann aber ausschließen, dass ich in der nächsten Saison auf einer Trainerbank Platz nehme. Egal was kommt.“

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