Viele Komplimente gab’s am Freitagabend von Holger Seitz für den TSV Buchbach, doch die Punkte nahmen der Trainer des FC Bayern München II und seine Mannschaft mit in die Landeshauptstadt. Nach großem Kampf mussten sich die Rot-Weißen in der Fußball-Regionalliga Bayern mit 1:2 geschlagen geben und blieben jetzt schon zum dritten Mal in Folge ohne Punktgewinn.

„Hoffentlich kommen wir nicht wieder in ein Fahrwasser wie letzte Saison, als wir im Frühjahr sechs Spiele in Folge nicht gewinnen konnten und dann bis zum vorletzten Spieltag zittern mussten“, machte sich Buchbachs Trainer nach der Partie Gedanken, obwohl Seitz schon zum „vorzeitigen Klassenerhalt“ gratuliert hat. „Wir können schon rechnen und dürfen nicht blauäugig sein. Wir brauchen sicher noch vier bis fünf Punkte und das wird harte Arbeit“, erklärte der scheidende Coach vor den verbleibenden sechs Saisonspielen, in denen sein Team zunächst am kommenden Freitag zum FC Ingolstadt II muss und am Ostersonntag (17 Uhr) den FC Pipinsried empfängt.

Die über 1000 Zuschauer sahen trotz der schwierigen Platzverhältnisse eine rassige Partie mit viel Tempo, in der die beiden Bayern-Angreifer „Otschi“ Wriedt und der erst 17-jährige Joshua Zirkzee mit seinem unkonventionellem Spielstil den Unterschied machten. Wriedt brachte die kleinen Bayern in der 34. Minute nach einem verunglückten Schuss von Meritan Shabani in Front, als er die Kugel am langen Pfosten aus kurzer Distanz über die Linie drückte und erzielte auch in der 75. Minute den Siegtreffer: Eigentlich keine zwingen Situation, doch der ghanaische Nationalspieler war bei seinem 19. Saisontor nach einem Kopfball von Shabani einen Tick schneller als Maxi Hain und Keeper Daniel Maus. „Den muss ich auf meine Kappe nehmen“, gestand der Buchbacher Keeper, der zuvor die Bayern mit glänzenden Paraden fast zur Verzweiflung gebracht hatte.

Kurios der zwischenzeitliche Ausgleich durch Maxi Drum, der in der 40. Minute eine Ecke direkt verwandelte und dabei Bayern-Keeper Michael Wagner alt aussehen ließ. „Der Sieg für Bayern war unterm Strich verdient, aber für uns wäre ein Unentschieden möglich gewesen“, bilanzierte Bobenstetter angesichts eines Pfostenkrachers von Aleks Petrovic (37.), einer Großchance des starken Maxi Bauer (45.) und weitere glänzender Möglichkeiten bei einer weiteren Ecke von Drum (66.) und Petrovic (79.), dessen Schuss Nico Feldhahn gerade noch von der Linie kratzen konnte.

„Wir wussten, wie kompliziert und wie emotional es hier wird. Die Mannschaften von Bobenstetter sind immer hervorragend eingestellt“, lobte Seitz und führte aus: „Buchbach verteidigt sehr kompakt und hat auch nach vorne hohe Qualität. Aber wir haben das gut hinbekommen und haben selbst auf die paar Möglichkeiten, die wir bekommen würden, gelauert. Diesmal haben wir vor der Kiste Effektivität bewiesen. Wir sind froh, dass wir hier gewinnen konnten.“

Mit seiner Sympathie für Buchbach hielt der Coach der kleinen Bayern, der Titel und Aufstieg als seinen selbstverständlichen Saisonauftrag versteht, nicht hinterm Berg: „Die Herzlichkeit, mit der wir hier empfangen wurden, ist nicht selbstverständlich. Ich beobachte das schon seit Jahren. Großes Kompliment, was hier alles ehrenamtlich geleistet wird. Für mich ist das Fußball in seiner natürlichsten Form.“

TSV Buchbach: Maus – Leberfinger, Hain, Drum – Grübl (77. Breu), Walleth (83. Denk), Petrovic, Brucia – Drofa (83. Bahar), Ammari, Bauer. Trainer: Bobenstetter/Bichlmaier.

FC Bayern München II: Wagner – Türkkalesi (60. Rochelt), Mai, Awoudja, Köhn – Feldhahn Welzmüller – Shabani (90. + 1Senkbeil), Wriedt, Nollenberger (85. Lange) – Zirkzee. Trainer: Seitz

Tore: 0:1 Wriedt (34.), 1:1 Drum (40.), 1:2 Wriedt (75.)

Schiedsrichter: Tiedeken (Neusäss)

Zuschauer: 1029

Gelb: Petrovic, Brucia – Türkkalesi, Mai

Fotos und Text: © mb.presse, weitere Veröffentlichungen nur mit Zustimmung des Autors

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