Gesamteindruck ordentlich, Details verbesserungsfähig – so könnte man den ersten Saisonauftritt des TSV Buchbach in der achten Regionalliga-Spielzeit zusammenfassen. Lange sah es am Freitagabend nach einer Punkteteilung aus, ehe Augsburgs Joker Kilian Jakob mit seinem Doppelpack nicht nur den Einstand von Markus Raupach vermasselte, sondern dem neuen Buchbacher Trainer zugleich eine 1:3-Niederlage im Spezl-Duell mit FCA-Coach Sepp Steinberger einbrockte.

„Kilian hat brutale Qualität, deswegen freut es mich besonders für ihn, dass er nach langer Leidenszeit die beiden Tore gemacht hat“, erklärte Steinberger und fügte an: „Insgesamt war es ein glücklicher Sieg für uns. Es hat lange Zeit nach einem 1:1 gerochen und wir waren froh, dass wir mit unserer jungen Mannschaft die Phase nach dem Ausgleich überstanden haben.“

Nach einer Abtastphase kamen die Rot-Weißen ab der 25. Minute immer besser ins Spiel und konnten sich auch gute Möglichkeiten erarbeiten, wurden aber in der 39. Minute nach einem Augsburger Konter jäh abgestraft, als der frei stehende Sebastiano Nappo Keeper Daniel Maus aus zehn Metern gekonnt überlupfte – nichts zu halten für den Buchbacher Keeper, der bei den Gegentoren machtlos war, aber ansonsten kaum geprüft wurde.

Die Rot-Weißen ließen sich von dem Nackenschlag so kurz vor der Pause nicht entmutigen und kamen in der 53. Minute zum Ausgleich durch Aleks Petrovic, der nach Vorarbeit des quirligen Marin Culjak und Verlängerung von Stefan Denk aus acht Metern flach einnetzte. Buchbach wieder im Rennen und in dem Spiel, das nun viel Fahrt aufnahm, absolut auf Augenhöhe. Die Handschrift von Raupach, der in Ermangelung echter Stoßstürmer auf schnelle Umschaltsituationen setzt, war gut erkennbar. Doch dann entschied Jakob, der nur sechs Minuten nach seiner Einwechselung zum ersten Mal traf, nach individuellen Fehlern die Partie. „Wir haben uns ganz klar selber geschlagen“, so Sportlicher Leiter Georg Hanslmaier, während Raupach befand: „Wir haben insgesamt wenig zugelassen, haben unsere Ordnung recht gut gefunden, haben zum Schluss aber etwas überdreht.“ War die Mannschaft mit dem Remis nicht zufrieden, wollte sie zu viel? Schwer zu sagen, jedenfalls gingen beiden Treffern von Jakob Patzer voraus, die der Ex-Löwe eiskalt bestrafte. „In diesen Situationen muss man auch mal den Gegner löschen“, vermisste Raupach die Entschlossenheit, gab aber auch zu bedenken: „Man hat gesehen, dass Augsburg von der Bank her ganz andere Qualität nachschieben konnte als wir.“

Kein Wunder, konnten die Sturm-Abgänge nicht adäquat ersetzt werden und fehlen doch mit Moritz Sassmann, Merphi Kwatu, Andi Manhart, Jonas Wieselsberger und Selcuk Cinar, der nach seiner Schulterverletzung noch Rückstand hat, gleich fünf Offensiv-Kräfte. Zudem mussten die Gastgeber auch auf Kapitän Maxi Hain verzichten, dessen Oberschenkel-Probleme trotz mehrerer Untersuchungen noch nicht exakt diagnostiziert werden konnten.

Schwarzsehen wollte Raupach trotz der Niederlage nicht: „Der Auftritt macht Mut für die Zukunft. Wenn wir die wenigen Fehler, die wir gemacht haben abstellen können, bin ich guter Dinge.“

TSV Buchbach: Maus – Grübl (77. Leberfinger), Bahar (87. Winterling), Rosenzweig, Drum, Brucia – Walleth, Petrovic – Culjak, Denk (78. Ahammer), Breu. Trainer: Raupach/Bichlmaier.

FC Augsburg II: Leneis – Della Schiava, Lobenhofer, Jürgensen, Miller – Pöllner – Schwarzholz (71. Hofgärtner), Schuster, Rösch (80. Jakob), Mbila – Nappo (91. von Schrötter). Trainer: Steinberger.

Tore: 0:1 Nappo (39.), 1:1 Petrovic (53.), 1:2 Jakob (85.), 1:3 Jakob (93.)

Schiedsrichter: Hartl (Hacklberg)

Zuschauer: 660

Gelb: Bahar, Culjak, Breu – Nappo, Schwarzholz

Fotos und Text: © mb.presse, weitere Veröffentlichungen nur mit Zustimmung des Autors

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