Eigentlich könnte sich der TSV 1860 Rosenheim den Weg nach Buchbach allmählich sparen: Die Rot-Weißen feierten am Freitag im sechsten Regionalligaderby vor eigenem Publikum mit dem 2:0 den sechsten Sieg und insgesamt schon den neunten Dreier im elften Aufeinandertreffen. „Das Derby hatte an Brisanz alles zu bieten, was man sich vorstellen kann“, so Buchbachs Trainer Markus Raupach, für den es ja der erste Derbysieg war.

Mit 26 Punkten haben die Rot-Weißen eine Vorrunde gespielt, die ihnen nach den hochkarätigen Sommerabgängen wohl die wenigsten zugetraut hätten, dementsprechend happy ist auch Sportlicher Leiter Georg Hanslmaier: „Wir sind sehr zufrieden. Unser Trainerteam leistet hervorragende Arbeit und auch die Mannschaft macht es trotz der personellen Engpässe sehr gut.“

Weniger zufrieden ist man natürlich bei den Sechzigern, die bei 15 Punkten stehengeblieben sind und fest im Tabellenkeller kleben. „Das wird noch eine extrem schwere Saison für uns“, so Sportlicher Leiter Hansjörg Kroneck. Entscheidend war am Freitagabend die frühe Führung durch Selcuk Cinar, der in der neunten Minute nach Flanke von Samed Bahar abstaubte – inwieweit der Kopfballversuch von Aleks Petrovic Keeper Alin Goia behindert hat, ist schwer zu sagen. „Das Tor war der springende Punkt. Wir musste dann in Buchbach das Spiel machen und das ist extrem schwer. Es gibt in der Liga keine bessere Mannschaft als Buchbach, wenn sie in Führung liegt“, erklärte Rosenheims Trainer Thomas Kasparetti, der seiner Mannschaft keinen Vorwurf machen wollte: „Wir haben bis zum Schlusspunkt alles versucht.“

Richtig viel ist dabei allerdings nicht rausgekommen, standen die Rot-Weißen doch sehr sicher und machten die Räume konsequent dicht. Ein guter Schuss von Korbinian Linner aus spitzem Winkel (23.) und ein Außennetztreffer von Nicolaj Madsen (63.) sind über 90 Minuten einfach zu wenig. Linner musste nach einer knappen Stunde lange behandelt werden, als er nach einem unglücklichen Zusammenprall ohnmächtig wurde und mit einer tiefen Platzwunde vom Feld musste.

Die Buchbacher lauerten nach dem frühen Führungstreffer immer wieder auf Kontermöglichkeiten, die sich auch bekamen, aber weder Cinar (19./68.), Christian Brucia (20), Thommy Breu (49.) und Aleks Petrovic (73.) brachten die Kugel ein zweites Mal im Tor unter. Erst in der 74. Minute war es dann so weit: Brucia setzte sich am linken Flügel durch, seine scharfe Flanke konnten die Gäste nicht richtig klären und dann hämmerte Bahar den Abpraller aus 23 Metern in die Maschen.

In einem für ein Derby recht fairen Spiel – so befanden es auch beide Trainer – handelte sich Breu noch in der 83. Minute für ein Foul an der Mittelinie die rote Karte ein. Raupach: „Für mich hat es nicht nach Rot ausgesehen, aber ich war auch ziemlich weit weg. Auf jeden Fall tut uns die rote Karte richtig weh, haben wir doch schon genug Personalsorgen.“ Beim Rückrundenstart in Augsburg kommen zwar Stefan Denk und Patrick Walleth nach ihren Sperren zurück, doch dafür muss neben Breu auch Maxi Drum nach der fünften Gelben aussetzen. Für die Rosenheimer steht am Samstag gleich das nächste Derby auf dem Programm, wenn das Team von Kasparetti beim SV Wacker Burghausen zu Gast ist.

TSV Buchbach: Maus – Bahar, Leberfinger, Winterling, Rosenzweig, Drum – Hain, Petrovic – Breu, Cinar (69. Orth), Brucia (90. + 4 Sztaf). Trainer: Raupach/Bichlmaier.

TSV 1860 Rosenheim: Goia – Linner (59. Sattelberger), Heiß, Lenz, Mayerl – Demolli, Madsen, Shabani, Neumeier (72. Hölzl) – Majdancevic, Mushkolaj. Trainer: Kasparetti.

Tore: 1:0 Cinar (9.), 2:0 Bahar (74.)

Schiedsrichter: Hummel (Betzigau)

Zuschauer: 835

Gelb: Drum, Winterling, Brucia, Cinar, Bahar – Demolli, Shabani

Rot: Breu (85.) wegen groben Foulspiels.

Fotos und Text: © mb.presse, weitere Veröffentlichungen nur mit Zustimmung des Autors

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