Stromausfall im „Grünwalder“

Unglaubliche Panne am Montag in der Fußball-Regionalliga Bayern: Die Partie zwischen Spitzenreiter TSV 1860 München und dem TSV Buchbach konnte am Montagabend wegen eins Stromausfalls nicht angepfiffen werden und wird wohl angesichts des Buchbacher Restprogramms erst im nächsten Jahr nachgeholt.

Im schon fast voll besetzten „Grünwalder“ ging am Montagabend nichts mehr, während sich beide Mannschaften bei Notstrom-Beleuchtung warm machten, wurde bereits der Einlass gestoppt. Ganz offensichtlich war es in der Kürze der Zeit nicht möglich, das Stromproblem zu lösen und somit mussten sowohl die Fans als auch die Rot-Weißen unverrichteter Dinge den Heimweg antreten.

Ein Novum in der Liga, irgendwie auch ein wenig passend zur Historie der Münchner Löwen in den letzten Jahren. „Das ist ein Städtisches Stadion, diesen technischen Defekt kann jetzt 1860 München nicht lösen“, erklärte Dr. Rainer Koch, der Präsident des Bayerischen Fußball-Verbandes vor laufenden Kameras des Senders Sport1, der die Partie live übertragen wollte.

Bobenstetter: „Eine ganz bittere Niederlage“

0:3 gegen Schalding höchste Pleite – Serie gerissen – Rot Karte gegen Büch

„Das ist eine ganz bittere Niederlage“, ärgerte sich Buchbachs Trainer Anton Bobenstetter nach der 0:3-Pleite am Freitagabend gegen den SV Schalding-Heining, der die Rotweißen nach dem fünften Sieg im sechsten Spiel in der Tabelle überholt hat und die 30-Punkte-Marke knacken konnte. Für die Buchbacher endete mit der höchsten Saisonniederlage zugleich eine Serie von zuvor acht Spielen ohne Niederlage.

„Wir hatten einen sehr nervösen Start und hatten viel Glück, dass wir nicht in Rückstand geraten sind. Glücklicherweise haben wir dann ein Standardtor erzielt. Die rote Karte hat uns dann natürlich in die Karten gespielt“, so Schaldings Spielertrainer Stefan Köck, der sich selbst in der Anfangsphase einen bösen Schnitzer geleistet hat, den Tommy Breu mit einem Schuss ans Außennetz aber nicht bestrafen konnte (3.). „Wir hätten schon 2:0 in Führung liegen können, ehe Schalding überhaupt ins Spiel gekommen ist, der Freistoßtreffer hat uns dann geschockt, aber nach der roten Karte war das Spiel entschieden“, erklärte Buchbachs Coach, der natürlich wusste, dass die Niederbayern mit der Führung im Rücken und mit einem Mann mehr auf dem tiefen Platz, der eh kaum geordneten Spielaufbau zuließ, genau die Rahmenbedingungen vorfinden würden, die sie  lieben: Den Gegner mit Fünferkette und zwei defensiven Absicherungen im Zentrum von der eigenen Kiste fernhalten, blitzschnell umschalten und vorne auf die individuelle Klasse der Angreifer hoffen.

Albert Krenn klärt vor Patrick Walleth.

Gedacht, gemacht: Außer einer Möglichkeit für Breu, der Markus Schöller aber nicht bezwingen konnte (36.), gab’s für Buchbach nichts Erbauliches mehr. Nichts, an dem sich die Mannschaft hätte aufrichten können. Schalding von Minute zu Minute sicherer und stärker.

Dass Muhammet Alagöz in der 27. Minute nach Freistoß von Stefan Rockinger einköpfen konnte, war vielleicht dem Fehlen von Hannes Maier (Grippe) geschuldet, das Bobenstetter zunächst in Ermangelung von Innenverteidigern zu einer Dreierkette zwang. Dass aber Gordon Büch nach einem Foul von Albert Krenn an Christin Brucia die Sicherungen durchbrannten und Martin Tiefenbrunner einfach umrannte, hat nichts mit Personalsituation oder Derbycharakter zu tun. Ein Bärendienst für seine Mannschaft, fürs Drehbuch des Schaldinger Erfolges eine ebenso willkommene, wie ungeplante Szene.

Hatte Bobenstetter noch vor der Pause durch die Einwechslung des angeschlagenen Kapitäns Maxi Hain auf Viererkette umgestellt, so sollte Maxi Bauer nach dem Seitenwechsel anstelle von Breu die Kastanien aus dem längst niedergebrannten Feuer reißen – vergeblich. Nur zwei Minuten nach Wiederbeginn war es der starke Markus Gallmaier, der mit einem Flachschuss den Deckel draufmachte. Den Hausherren fehlten in der Folge Mittel und Glaube, um sich aufzubäumen und Schalding hätte durch Gallmaier (65.) und Joker Chris Seidl (79.) den dritten Treffer draufpacken können, ehe Tiefenbrunner eine Kopfball-Ablage von Stefan Lohberger aus sieben Metern versenkte (84.).

Sechs Punkte und 5:0-Treffer, die Derbybilanz der Schaldinger gegen Buchbach könnte kaum besser sein. „Wir wollen in den verbleibenden Spielen bis zum Winter weiter punkten, damit es so schön ruhig wie bisher bleibt“, sagt Köck, während Bobenstetter frustriert bekannte: „Wir wollten uns unbedingt für Hinspiel revanchieren, haben zunächst auch großen Druck aufgebaut, dann ist aber alles verkehrt gelaufen. Das ist einfach bitter.“

TSV Buchbach: Maus – Grübl, Moser, Brucia – Sassmann (38. Hain), Walleth, Petrovic, Büch – Drofa, Breu (46. Bauer), Denk (66. Kwatu). Trainer: Bobenstetter/Werner.

SV Schalding-Heining: Schöller – Tiefenbrunner, Alagöz, Köck, Dantscher, Kurz – Krenn (46. Huber), Enzesberger – Rockinger – Gallmaier (78. Lohberger), Schnabel (66. Seidl). Trainer: Köck.

Tore: 0:1 Alagöz (27.), 0:2 Gallmaier (47.), 0:3 Tiefenbrunner ((4.)

Schiedsrichter: Kreye (Warmensteinach)

Zuschauer: 740

Gelb: Drofa, Bauer, Petrovic – Krenn

Rot: Büch (30.) wegen grober Unsportlichkeit

copyright: Michael Buchholz