Kann Buchbach die Derbyserie fortsetzen?

Gegner heisst SV Wacker Burghausen – Breu und Leberfinger fehlen

Drei Mal in Folge hat der TSV Buchbach in der Fußball-Regionalliga Bayern gegen den SV Wacker Burghausen gewonnen, am heutigen Samstag steht für die Rot-Weißen das Derby erneut auf dem Programm. Ob die Buchbacher ab 14 Uhr in Wacker-Arena erneut erfolgreich sind, ist natürlich eine ganz andere Frage.

Das Duell Markus Grübl gegen Sascha Marinkovic aus der Vorsaison in Burghausen, könnte es auch heute wieder in einigen Situationen geben. Foto: Buchholz

„So etwas wie beim 5:2 letztes Jahr in Burghausen passiert sicher nicht alle Tage“, weiß Buchbachs Trainer Anton Bobenstetter, der anfügt: „Unsere Protagonisten von damals sind ja auch nicht dabei.“ Der zweifache Torschütze Hannes Maier spielt wieder in Erlbach, Patrick Drofa ist verletzt und Merphi Kwatu aktuell nur zweite Wahl. Bei den Gästen, in deren Reihen ja zahlreiche Ex-Burghauser stehen, fehlen neben Drofa (Wadenbeinköpfchen) auch Thomas Leberfinger und Thomas Breu, die als Trauzeugen bei zwei verschiedenen Hochzeiten privat verhindert sind. Maxi Bauer wird hingegen nach seiner Hochzeitsreise rechtzeitig zurückerwartet. Sicher in der Startformation steht Neuzugang Sammy Ammari, der sich ja beim 3:1 gegen Fürth II mit zwei Vorlagen gleich gut eingeführt hat.

Für beide Mannschaften ist das heutige Derby der Auftakt zu einer englischen Woche. Die Rot-Weißen erwarten am Dienstag den SV Schalding-Heining im Pokal, die Burghauser spielen ebenfalls am Dienstag um 19 Uhr das Achtelfinale im Totopokal gegen Drittligist Unterhaching. Während es für das Team von Trainer Wolfgang Schellenberg beim Derby in Rosenheim am Freitag zum dritten Mal innerhalb von sechs Tagen ernst wird, haben die Buchbacher, die am Samstag in einer Woche den VfB Eichstätt zu Gast haben, einen Tag länger Pause.

„Bei so vielen Spielen müssen wir die Belastung natürlich steuern und werden immer wieder rotieren“, plant Schellenberg, der auch schon die beiden Neuzugänge Matthias Stingl und Can Coskun in die Gedankenspiele mit einbezieht. Linksverteidiger Coskun trainiert bereits seit einigen Tagen mit der Mannschaft, Stingl, der auf der rechten Abwehrseite beheimatet ist, durfte seine neuen Mannschaftskollegen erstmalig am Donnerstag kennenlernen. Für die Starformation heute ist das Duo noch nicht vorgesehen, aber im Kader werden wohl beide auftauchen. Wahrscheinlicher ist, dass Kapitän Christoph Buchner, der ja zuletzt in Augsburg nur auf der Bank war, wieder in die erste Elf zurückkehrt, damit Lukas Aigner seinen angestammten Platz im Mittelfeld einnehmen kann.

„In Sachen körperliche Präsenz gehört Buchbach zum oberen Drittel der Liga. Das ist eine erfahrene Mannschaft, die einen unwahrscheinlichen Willen hat, Spiele für sich zu entscheiden“, weiß Burghausens Trainer, der deswegen von seiner Truppe fordert: „Wir müssen da athletisch und läuferisch erst mal dagegenhalten.“ Allerdings will Schellenberg, der bis auf Daniel Hofstetter (Rücken) alle Mann zur Verfügung hat, auch sehen, dass „wir unsere Qualitäten auf den Platz bringen und mutig Fußball spielen.“

„Wir freuen uns auf das Spiel in Burghausen, pflegen wir doch seit vielen Jahren einen guten Kontakt“, sagt Buchbachs Trainer Anton Bobenstetter, der glaubt, dass am neunten Spieltag noch nicht die ganz großen Emotionen im Spiel sein werden: „Burghausen hat sechs Siege auf dem Konto und wir stehen auch nicht mit dem Rücken zu Wand da. Da gibt es noch keine große Brisanz.“ Bobenstetter sieht Burghausen leicht in der Favoritenrolle: „Nach acht Spieltagen lügt die Tabelle nicht.“ Trotzdem rechnet sich das Buchbacher Trainer-Urgestein etwas aus: „Wenn wir eine gute Tagesform erwischen und das nötige Quäntchen Glück haben, können wir schon wieder Paroli bieten. Vor allem dann, wenn Burghausen wieder so viele Chancen vergibt wie gegen Aschaffenburg. Wobei wir ja auch nicht die allerbesten beim Chancen verwerten sind. Schon gar nicht auswärts.“ Das einzige Auswärtstor der Buchbacher in dieser Saison war ein Eigentor des Augsburgers Jannik Schuster am zweiten Spieltag.

copyright: Michael Buchholz

Buchbach nach 3:1-Sieg wieder bei der Musik

Buchbach nach 3:1-Sieg wieder bei der Musik

Petrovic, Brucia und Breu treffen gegen Fürth II – Gutes Debüt von Ammari

Nach elf vergeblichen Anläufen ist dem TSV Buchbach endlich mal wieder ein Sieg gegen die SpVgg Greuther Fürth II gelungen. „Der Dreier war ganz wichtig“, freute sich Trainer Anton Bobenstetter nach dem 3:1 am Samstag bei Nieselregen in der SMR-Arena, mit dem sich die Buchbacher wieder ins Tabellenmittelfeld absetzen konnten.

Ein gelungenes Debüt gegen seinen Ex-Verein feierte Neuzugang Sammy Ammari, der beim Ausgleichstreffer von Aleks Petrovic und beim 2:1 durch Christian Brucia maßgeblich beteiligt war. Beide Mannschaften boten den 667 Zuschauern ein flottes Regionalligaspiel, in dem der auffällige Egson Gashi die beiden ersten Möglichkeiten für Fürth hatte, während auf der anderen Seite Petrovic eine Flanke von Moritz Sassmann nicht richtig drücken konnte und nach einer Ecke von Patrick Walleth nur die Oberkante der Latte traf.

Die kalte Dusche dann in der 24. Minute, als die Buchbacher Abwehr Mario Baldauf auf der rechten Abwehrseite nicht im Griff hatte und Gashi im Zentrum freistehend einköpfen konnte. Bobenstetter: „Wir haben wesentlich kontrollierter gespielt als zuletzt gegen Heimstetten, sind aber trotzdem leider in Rückstand geraten. Kompliment an meine Mannschaft, dass sie das Spiel noch gedreht hat, was ja ohnehin schwierig ist. Das Pokalspiel am Mittwoch bei Türkgücü hat viele Körner gekostet, trotzdem haben wir das heute durchgedrückt.“

Vor dem Ausgleichstreffer zog Ammari einfach mal aus 18 Metern ab, der Ball klatschte an die Latte Keeper Leon Schaffran bekam den Abpraller nicht zu fassen und Petrovic drückte die Kugel aus kurzer Distanz über die Linie (27.) – sein 59. Treffer in der Regionalliga Bayern im 207. Spiel, mit dem er wieder die alleinige Führung in der ewigen Torschützenliste vor Schweinfurts Adam Jabiri (58) übernommen hat. Fast wäre dem 30-Jährigen, in der 39. Minute noch ein Treffer geglückt, doch sein Freistoß aus 20 Metern rauschte knapp am Pfosten vorbei (39.).

Nach dem Seitenwechsel gehörte die erste Möglichkeit wieder den Gastgeber, doch Ammari konnte nach Zuspiel von Sassmann Schaffran aus acht Metern nicht überwinden. Dann wieder Petrovic, dessen Kopfball nach Flanke von Maxi Drum nur haarscharf über die Latte zischte (58.), besser klappte es in der 73. Minute, als der Buchbacher Regisseur einen schönen Chip-Ball von Ammari im Strafraum verlängerte und der starke Christian Brucia per Flugkopfball die Buchbacher Führung erzielte – richtig feine Aktion!

Brucia war es dann auch, der nach über dreiwöchiger Verletzungspause in der 89. Minute den dritten Treffer initiierte, als er mit viel Tempo in den Strafraum eindrang, zunächst vom Ball getrennt wurde, sich die Kugel aber wieder zurückholte: Seine Maßflanke konnte der eingewechselte Stefan Denk nicht verwerten, doch Tommy Breu bewies sowohl Joker-, als auch Torjägerqualitäten und zimmerte das Ding aus 13 Metern unhaltbar in den Winkel. Zweiter Saisontreffer für den Angreifer, der bei insgesamt 38 Regionalligatreffern steht.

„Ein brutal wichtiger Sieg. Mit zehn Punkten aus sieben Spielen sind wir jetzt wieder voll bei der Musik“, freute sich Buchbachs Sportlicher Leiter Georg Hanslmaier und Bobenstetter erklärte: „Im Gegensatz zu den letzten Spielen haben wir die entscheidenden Szenen für uns genutzt.“ Ins gleich Horn stieß auch Fürths Trainer Petr Ruman: „Wir haben viel investiert, waren dann in den wichtigen Situationen vorne und auch gegen den Ball zu naiv. Das war halt der Unterschied zwischen einer jungen und einer erfahrenen Mannschaft.“

TSV Buchbach: Maus – Brucia, Hain, Moser – Sassmann (76. Bahar), Walleth, Rosenzweig, Bauer (75. Denk) – Petrovic – Ammari (84. Breu). Trainer: Bobenstetter/Bichlmaier.

SpVgg Greuther Fürth II: Schaffran – Muiomo (62. Guthörl), Sollfrank, Minz, Tischler – Baldauf, Adlung – Loo (69. El-Jindaoui), Sontheimer, Geyer (54. Danhof) – Gashi. Trainer: Ruman.

Tore: 0:1 Gashi (24.), 1:1 Petrovic (27.), 2:1 Brucia (73.), 3:1 Breu (89.).

Schiedsrichter: Ostheimer (Sulzberg)

Zuschauer: 667

Gelb: Walleth, Drum – Muiomo, Baldauf.

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Transfercoup: Ammari nach Buchbach

Regionalligist verpflichtet 24-jährigen Angreifer – Im Pokal gegen Schalding-Heining

Der TSV Buchbach hat einen Tag nach dem Pokalsieg beim SV Türkgücü-Ataspor München noch mal auf dem Transfermarkt zugeschlagen und mit Sammy Ammari einen absoluten Wunschspieler verpflichtet. Der 24-jährige Stürmer stand in der vergangenen Saison noch bei der SpVgg Greuther Fürth II unter Vertrag, ob Ammari am heutigen Samstag gleich um 16 Uhr im Buchbacher Trikot gegen seinen Ex-Verein debütieren wird, ist aufgrund der Passmodalitäten noch fraglich.

„Ich bin mit Sammy schon seit Jahren in Kontakt, wir haben uns immer wieder getroffen, aber bislang hat es nie geklappt. Jetzt sind wir umso glücklicher, dass die Saat, die wir vor Jahren gelegt haben, aufgegangen ist“, freut sich Buchbachs Trainer Anton Bobenstetter, der schon im Winter 2014, als Ammari von Hallbergmoos nach Heimstetten gewechselt ist, mit dem Angreifer Kontakt hatte. Auch vor seinen Wechsel 2015 zum FC Ingolstadt II wollten die Rot-Weißen Ammari nach Buchbach lotsen. „Wir sind da halt nicht zum Zug gekommen. Wenn ein junger Spieler unter Profibedingungen trainieren und spielen kann, dann hat man als Amateurverein wenig Argumente“, so Bobenstetter, der jetzt natürlich darauf hofft, dass der Neuzugang nach vier Jahren in Ingolstadt und Fürth sofort eine Bereicherung für das Angriffsspiel der Rot-Weißen ist: „Das jahrelange Training müsste sich da schon auszahlen.“

Stürmt künftig für den TSV Buchbach: Sammy Ammari.

Möglich wurde die Verpflichtung vor allem deswegen, weil Ammari wieder in seinen Beruf als Fitnesskaufmann zurückkehrt. „Er hat in Ismaning gelernt und kann dort wieder anfangen“, so Sportlicher Leiter Georg Hanslmaier. Und: „Die Entfernung von Ismaning nach Buchbach ist mit 40 Minuten Fahrzeit für Regionalliga-Verhältnisse absolut überschaubar.“

In 181 Pflichtspielen für Hallbergmoos, Heimstetten, Ingolstadt II und Fürth II hat der beidfüßige Angreifer, der vor wenigen Tagen seinen 24 Geburtstag gefeiert hat, 70 Tore erzielt. „Er weiß also schon, wo die Bude steht“, sagt Hanslmaier, der mit Ammari einen Vertrag bis Juni nächsten Jahres ausgehandelt hat: „Beide Seiten können sich bis dahin ausgiebig kennenlernen und dann können wir weiterreden.“

Dass die Verpflichtung ausgerechnet zum jetzigen Zeitpunkt – es gab natürlich auch noch einige andere Interessenten – geklappt hat, ist angesichts der Verletzung von Patrick Drofa, der wegen seinem gebrochenen Wadenbeinköpfchen sechs Wochen pausieren muss, besonders erfreulich. Hanslmaier: „Grundsätzlich haben wir ja Vertrauen in unsere Angreifer, aber Sammy ist sicher noch mal ein ganz anderer Stürmertypus, der uns sicher guttut.“ Mit 1,84 Meter bringt der Deutsch-Tunesier, der in München geboren wurde, auch die Körpergröße mit, um mal im Strafraum hohe Bälle zu erwischen – im bisherigen Saisonverlauf ein absolutes Buchbacher Manko.

Im Totopokal, in dem am gestrigen Freitag das Achtelfinale ausgelost wurde, empfängt der TSV Buchbach den Liga-Rivalen SV Schalding-Heining. Gespielt wird aller Voraussicht nach am Dienstag, 4. September um 18.30 Uhr in der SMR-Arena.

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Bauer schießt Buchbach ins Achtelfinale

Toto-Pokal: 1:0 am Mittwoch beim Bayernliga-Primus Türkgücü-Ataspor München

Der TSV Buchbach steht im Achtelfinale des bayerischen Totopokals: Mit einem 1:0-Erfolg am Mittwochabend qualifizierte sich der Regionalligist beim Bayernliga-Spitzenreiter SV Türkgücü-Ataspor München für die dritte Runde und hat nach einem souveränen Auftritt gegen das Starensemble von Münchens „dritter Kraft“ auch Selbstvertrauen für das wichtige Heimspiel am Samstag um 16 Uhr gegen Greuther Fürth II tanken können.

Die Rot-Weißen begannen gut organisiert und zunächst mit dosiertem Angriffsverhalten, doch bereits in der achten Minute war Tommy Breu nach einem langen Ball durch, vertändelte aber die Kugel. Auf der anderen Seite verzog der ehemalige Deisenhofner Luca Tschaidse knapp (15.), ehe Samed Bahar bei einer Doppelchance Pech hatte und Keeper Cerruti Zola seinen Kasten sauber halten konnte (27.). Buchbach überließ den Gastgebern in den ungefährlichen Räumen das Geschehen und stach in der 29. Minute eiskalt durch Hochzeiter Maxi Bauer zu, der vom linken Flügel in den Strafraum zog, seine Gegner abschüttelte und eiskalt versenkte. Die Gastgeber brachten im Anschluss etwas unnötige Härte und Hektik in die Partie, doch Buchbach ließ sich davon nicht beeindrucken. In der 41. Minute hätte Bauer fast den zweiten Treffer erzielt, doch letztlich konnte der Bayernligist klären.

Auch nach dem Seitenwechsel Buchbach zunächst mit den besseren Möglichkeiten, doch Breu verpasste nach Vorarbeit vom eingewechselten Aleks Petrovic und Bauer die Vorentscheidung (56.). Die Gastgeber erhöhten peu à peu die Schlagzahl, doch das Team von Anton Bobenstetter und Andi Bichlmaier stand sehr gut und ließ erst in der Schlussphase mehr zu. Die beste Gelegenheit zum Ausgleich fand Arbnor Segashi in der 88. Minute vor, doch sein Schuss ging am langen Pfosten vorbei. Pablo Pigl hatte dann ebenfalls noch den Ausgleich auf dem Schlappen, sein Abschluss bereitete Buchbachs Keeper Egon Weber jedoch keine Mühe (91.).

„Wir hatten wegen dem Pokalspiel-Termin organisatorisch ordentlich Stress und mussten sowohl das Regionalligaspiel gegen Greuther Fürth II als auch das Bezirksligaspiel gegen Saaldorf verlegen. Bei all den freiwilligen Helfern ist das schon eine gewaltige Aktion, schon deswegen sind wir froh, dass unsere Mühen auch belohnt wurden“, so Buchbachs sportlicher Leiter Georg Hanslmaier, der aufgrund der besseren Chancen von einem verdienten Sieg sprach: „Wir können das Ding hier eher entscheiden, aber letztlich sind wir eine Runde weiter und losen im Achtelfinale vielleicht einen attraktiven Gegner.“

TSV Buchbach: Weber – Grübl, Leberfinger (50. Drum), Hain, Moser – Sassmann (70. Denk), Rosenzweig, Walleth (46. Petrovic), Bauer – Bahar – Breu. Trainer: Bobenstetter/Bichlmaier.

Tor: 0:1 Bauer (29.)

Schiedsrichter: Öllinger (Riedlhütte)

Zuschauer: 260

Gelb: Odak, Bornhauser / –

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Buchbach scheitert erneut an der Chancenverwertung

2:5-Heimpleite gegen Heimstetten in Unterzahl – Nur Sassmann und Petrovic treffen 

Es ist wie verhext: Der TSV Buchbach braucht einfach zu viele Chancen und hat deswegen am sechsten Spieltag der Fußball-Regionalliga die erste Heimniederlage kassiert, die mit 2:5 auf dem Papier sehr deutlich ausfiel. Allerdings hätte das Spektakel vor 900 Zuschauern am Freitagabend auch ganz anders enden können.

Moritz Sassmann erzielte den Buchbacher Anschlusstreffer kurz vor der Pause.

„Das war Werbung für den Fußball“, waren sich die Trainer Christoph Schmitt und Anton Bobenstetter nach einer Partie einig, die in der Anfangsphase nie und nimmer auf eine 2:5-Niederlage der Rot-Weißen hingedeutet hatte. Die stürmten nämlich 20 Minuten los, als gäbe es kein Morgen, spielten den Gegner regelrecht an die Wand, so dass SVH-Trainer Schmitt gestand: „Da hatten wir keinen Zugriff und einige Male Glück.“ Dass die Buchbacher in dieser Phase kein Tor erzielten, hatte in der Tat auch viel mit Pech zu tun, denn die zahlreichen Möglichkeiten wurden mit Traumkombinationen herausgespielt und die Abschlüsse waren ebenfalls zum größten Teil sehenswert und durchaus gekonnt. „Das war echte Powerfußball. Wir hatten fünf Hochkaräter. Die muss man nicht alle machen, aber wenn wir ein oder zwei Mal treffen, nimmt das Spiel einen ganz anderen Verlauf“, erklärte Bobenstetter, der auf der anderen Seite die Abschlussqualitäten von Lukas Riglewski und Orhan Akkurt hervorhob: „Die schießen aufs Tor und der Ball ist halt drin.“ So geschehen in der 21. Minute, als die Hausherren Tim Schels nicht attackierten und dessen Pass bei Riglewski landete, der nicht lange fackelte. Akkurt, den die Buchbacher Defensive nicht in den Griff bekam, legt in der 35. Minute nach – zu diesem Zeitpunkt eine doch sehr glückliche Führung für den Aufsteiger.

Noch durfte man den Rot-Weißen zutrauen, die Partie zu drehen, aber dann wertete Schiedsrichter Florian Badstübner ein Foul am vorbelasteten Thomas Leberfinger als Schwalbe und zückte Gelb-Rot. „Ob es Elfmeter war, kann ich nicht sagen, aber es war nie und nimmer mehr eine Schwalbe. So etwas fällt einem kreuzbraven Verteidiger wie Leberfinger gar nicht ein“, ärgerte sich Bobenstetter, dessen Team durch einen schönen Kopfballtreffer von Moritz Sassmann noch vor der Pause zum Anschlusstreffer kam.

Warum der agile Sassmann nach der Pause in der Kabine bleiben musste, wurde unter den Fans heftig diskutiert, doch der eingewechselte Tommy Breu hatte dann prompt den Ausgleich auf dem Schlappen, scheiterte jedoch an Maximilian Riedmüller. Buchbach drängte auf den Ausgleich, Heimstetten suchte die Entscheidung – Unterhaltungswert überragend! Die Gastgeber hatten in der Folge bei einigen gefährlichen Kontern Glück, mussten dann aber den dritten Treffer durch einen tollen Freistoß von Riglewski hinnehmen, der aus 22 Metern unter die Latte traf (61.). Alles erledigt? Mitnichten! Nur zwei Minuten später brachte Aleks Petrovic sein Team nach Flanke des starken Maxi Bauer per Kopf wieder zurück ins Spiel, Buchbach stemmt sich gegen die Niederlage, ging hohes Risiko. „Wir haben alles versucht, deswegen haben wir dann auch so viele Tore kassiert. Wenn wir mit voller Kontrolle weitergespielt hätten, wäre es wahrscheinlich 2:1 oder 3:2 für Heimstetten ausgegangen, aber das hätte die Sache nicht besser gemacht“, erklärte Bobenstetter, der in der 80. Minute einen Konter der Gäste sah, den Fabio Sabbagh zum 2:4 abschloss – jetzt war der Drops endgültig gelutscht und Akkurt packte in der Nachspielzeit noch das fünfte Tor drauf.

Buchbach rangiert nach sechs Spieltagen zwar noch im Mittelfeld, ist aber wegen des Schweinfurter Pokalspiels nächste Woche gegen Schalke zum Zuschauen verdammt und steht dann in 14 Tagen gegen die SpVgg Greuther Fürth II schon wieder mächtig unter Druck.

TSV Buchbach:  Maus – Leberfinger, Hain, Rosenzweig – Grübl (72. Moser), Walleth, Petrovic, Drum – Drofa, Bauer (81. Bahar), Sassmann (46. Breu). Trainer: Bobenstetter/Bichlmaier.

SV Heimstetten: Riedmüller – Günzel, Schäffer, Beierkuhnlein, Hintermaier (69. Thomik) – Regal, Sabbagh – Laverty (67. Hannemann), Riglewski (84. Schmitt) – Schels, Akkurt. Trainer: Schmitt

Tore: 0:1 Riglewski (21.), 0:2 Akkurt (35.), 1:2 Sassmann (45.), 1:3 Riglewski (61.) 2:3 Petrovic (63.), 2:4 Sabbagh (80.), 2:5 Akkurt (93.)

Schiedsrichter: Badstübner (Windsbach)

Zuschauer: 899

Gelb: – Günzel, Hintermeier, Sabbagh

Gelb-Rot: Leberfinger (39.) wegen Foulspiels und Unsportlichkeit

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Erste Buchbacher Heimniederlage nach Spektakel

2:5 am Freitag gegen Heimstetten in Unterzahl – Wieder zu viele Chancen nicht genutzt

Der TSV Buchbach hat nach dem 0:1 in Memmingen die zweite Niederlage in Folge hinnehmen müssen. Für die Rot-Weißen war das 2:5 am Freitagabend gegen den SV Heimstetten die erste Heimniederlage – erneut ein Resultat, das in erster Linie der eklatanten Abschlussschwäche geschuldet war

Das Highlightspiel des sechsten Spieltages in der Fußball-Regionalliga Bayern bot den 900 Zuschauern größten Unterhaltungswert, jede Menge Chancen auf beiden Seiten und sieben Tore. Die Rot-Weißen legten dabei wie entfesselt los, waren dem Aufsteiger in den ersten 20 Minuten in jeder Hinsicht überlegen. Bereits in der ersten Minute hatten Maxi Hain und Moritz Sassmann den Führungstreffer auf dem Fuß, in der vierten Minute traf Maxi Drum per Freistoß die Latte und in der fünften Minute verfehlte ein toller Drehschuss von Maxi Bauer um Zentimeter den Kasten der Gäste. Buchbach schneller, zweikampfstärker, konstruktiver, aber mit der bekannten Schwäche vor dem Tor des Gegners: Aleks Petrovic brachten den Ball nach Flanke von Patrick Drofa nicht im Tor unter (12.), Drum scheiterte aus zwei Metern an Keeper Maximilian Riedmüller (15.), erneut Petrovic war es in der 17. Minute, der aus 20 Metern scharf abzog aber nur den Pfosten streifte.

Buchbach brannte ein Feuerwerk ab, doch Heimstetten erzielte mit dem zweiten Schuss aufs Buchbacher Tor den Führungstreffer durch Lukas Riglewski nach Zuspiel von Tim Schels (21.). Nun kippte die Partie, der SVH hatte durch den Treffer viel Selbstvertrauen getankt, agierte nun auf Augenhöhe und kam in der 35. Minute durch Torjäger Orhan Akkurt zum zweiten Treffer. Als dann auch noch Thomas Leberfinger in der 39. Minute nach einem Foul und einer angeblichen Schwalbe – der Buchbacher wurde klar am Trikot gezogen – mit der Ampelkarte vom Platz flog, war die Partie eigentlich entschieden. Doch Sekunden vor dem Pausenpfiff brachte Sassmann die Gastgeber nach Flanke von Drofa per Kopf wieder ins Spiel

Nach der Pause ging es rauf und runter, Buchbach um den Ausgleich bemüht, die Gäste immer wieder mit gefährlichen Kontern. Doch den dritten Treffer erzielte Riglewski mit einem Standard, als er einen Freistoß aus 22 Metern unter die Latte zauberte (61.). Buchbach kam jedoch erneut zurück: Petrovic köpfte nur zwei Minuten später nach schöner Einzelaktion von Bauer den Ball zum 2:3 in die Maschen. Die Rot-Weißen nun mit vollem Risiko und mit dem schlechteren Ende, denn in der 80. Minute schloss Fabio Sabbagh einen Konter zum 2:4 ab, ehe Akkurt in der Nachspielzeit den fünften Treffer draufpackte.

TSV Buchbach:  Maus – Leberfinger, Hain, Rosenzweig – Grübl (72. Moser), Walleth, Petrovic, Drum – Drofa, Bauer (81. Bahar), Sassmann (46. Breu). Trainer: Bobenstetter/Bichlmaier.

SV Heimstetten: Riedmüller – Günzel, Schäffer, Beierkuhnlein, Hintermaier (69. Thomik) – Regal, Sabbagh – Laverty (67. Hannemann), Riglewski (84. Schmitt) – Schels, Akkurt. Trainer: Schmitt

Tore: 0:1 Riglewski (21.), 0;2 Akkurt (35.), 1:2 Sassmann (45.), 1:3 Riglewski (61.) 2:3 Petrovic (63.), 2:4 Sabbagh (80.), 2:5 Akkurt (93.)

Schiedsrichter: Badstübner (Windsbach)

Zuschauer: 899

Gelb: – Günzel, Hintermeier, Sabbagh

Gelb-Rot: Leberfinger (39.) wegen Foulspiels und Unsportlichkeit

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Buchbach will zweiten Heimsieg feiern

Am Freitag um 19 Uhr kommt Aufsteiger Heimstetten – Bis auf Brucia alle Mann an Bord

Nur drei Tage nach dem Pokalsieg beim VfL Waldkraiburg muss der TSV Buchbach erneut ran: In der SMR-Arena gastiert am Freitag um 19 Uhr Aufsteiger SV Heimstetten zum sechsten Spieltag in der Fußball-Regionalliga Bayern. „Wir wollen zuhause den Grundstein zum Klassenerhalt legen und möglichst drei Punkte einfahren“, sagt Buchbachs Trainer Anton Bobenstetter.

Der Coach hat den Aufsteiger bei der 0:1-Heimniederlage am Samstag gegen den FC Augsburg – das Tor erzielte mit Sebastiano Nappo ausgerechnet einer der Heimstettner Aufstiegshelden – unter die Lupe genommen und war von der Qualität der Mannschaft angetan: „Heimstetten hat sehr gut gespielt, ich war echt beeindruckt. Am Ende war die Niederlage wirklich unglücklich. Das wird eine ganz heikle Aufgabe für uns, denn Heimstetten hat viel Qualität und mit Orhan Akkurt und Lukas Riglewski zwei brandgefährliche Angreifer.“ Heimstetten steht nach vier Spielen bei sechs Punkten, beide Heimspiel gingen verloren, aber die Auswärtsaufgaben in Bayreuth (1:0) und in Aschaffenburg (4:1) hat das Team von Trainer Christoph Schmitt optimal gelöst. „Das kommt nicht von ungefähr. Es ist also Vorsicht geboten“, so Bobenstetter.

Als brandgefährlich haben sich auf der anderen Seite die Buchbacher Stürmer in dieser Saison nur bedingt gezeigt. „Die Chancen, die wir in Waldkraiburg vergeben haben, müssen wir am Freitag gegen Heimstetten eben machen. Daran werden wir arbeiten“, so Bobenstetter, der mit der Heimausbeute an Toren aber bislang zufrieden ist: „Wir haben in zwei Spielen fünf Tore erzielt, wenn das so bleibt, werden wir daheim viele Punkte machen, so viele Tore fallen ja in der Regionalliga für gewöhnlich nicht.“

Das Duell gegen Heimstetten ist für Buchbach fast wie ein Derby, liegen doch zwischen beiden Orten nur 55 Kilometer, zudem treffen sich in dieser Partie auch alte Weggefährten: 14 Vergleiche gab es seit den Landesligazeiten beider Vereine, in der Bilanz liegen die Gäste mit sechs Siegen ganz knapp vorne, die Buchbacher haben fünf Mal gewonnen, zuletzt vor drei Jahren im Totopokal. In der Saison 2014/15, nach der der SVH in die Bayernliga absteigen musste, gab es in Buchbach ein 1:1, das Auswärtsspiel in Heimstetten entschieden die Rot-Weißen knapp mit 1:0 für sich. „Wir freuen uns auf Freitag, die Duelle gegen Heimstetten waren eigentlich immer knapp und spannend. Wir sind jedenfalls froh, dass Heimstetten wieder in der Regionalliga ist. Aber daheim müssen wir Heimstetten einfach niederringen“, sagt Bobenstetter.

Die Buchbacher Trainer Bobenstetter und Andreas Bichlmayr haben am Freitag fast freie Auswahl bei der Aufstellung, lediglich Christian Brucia (Adduktoren-Probleme) fehlt noch. Ansonsten sind alle Mann einsatzfähig, auch Aleks Petrovic, der am Dienstag wegen eines dicken Knöchels passen musste. „Die Jungs wollen unbedingt den zweiten Heimsieg feiern“, weiß Bobenstetter, dessen Team nach der Partie erst einmal Pause hat, weil das Auswärtsspiel in Schweinfurt am Wochenende darauf auf 18. September verlegt wurde, da Schweinfurt am 17. August in der ersten Runde des DFB-Pokals auf Schalke 04 trifft. Bobenstetter: „Der Zufall wollte es, dass ausgerechnet wir der Gegner an diesem Wochenende gewesen wären. Jetzt müssen wir an einem Dienstag nach Schweinfurt zum Nachholspiel. Das ist nicht gerade eine Auswärtsfahrt, von der man als Amateursportler träumt.“

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