Buchbacher 1:0: Denk mit Köpfchen

Rot-Weiße machen mit Sieg gegen Aschaffenburg großen Schritt zum Klassenerhalt

Brüllen die Freude über den Siegtreffer raus (von links): Aleksandro Petrovic, Maxi Hain, Stefan Denk, Sandro Volz und Maxi Drum

Brüllen die Freude über den Siegtreffer raus (von links): Aleksandro Petrovic, Maxi Hain, Stefan Denk, Sandro Volz und Maxi Drum

Fette Beute für den TSV Buchbach: Zum Auftakt von zwei englischen Wochen in Folge gelang der Mannschaft von Trainer Anton Bobenstetter am Samstag ein hart erkämpfter 1:0-Sieg gegen den SV Viktoria Aschaffenburg und damit ein großer Schritt in Richtung Klassenerhalt in der Fußball-Regionalliga Bayern.

 

„Wir sind noch nicht am Ziel. Erst wenn rechnerisch nichts mehr passieren kann, ist das Thema durch“, wehrte Co-Trainer Walter Werner auf der Pressekonferenz im Rahmen des Starkbierfestes verfrühte Glückwünsche zum Klassenerhalt ab und klärte auf: „Auch wenn wir hier in Buchbach auf dem Land sind, rechnen können wir, so schlau sind wir schon.“

 
 

Patrick Drofa, der die Flanke zum Tor des Tages auf den Kopf von Stefan Denk zirkelte, zieht ab. Roberto Desch und Kevin Wittke können nicht eingreifen

Patrick Drofa, der die Flanke zum Tor des Tages auf den Kopf von Stefan Denk zirkelte, zieht ab. Roberto Desch und Kevin Wittke können nicht eingreifen


Der Sieg gegen die Viktoria, die bereits ihre vierte Niederlage in diesem Jahr kassiert hat und unter Trainer Jürgen Baier noch auf den ersten Punktgewinn wartet, hing an einem seidenen Faden, denn nach überaus stürmischer und zielstrebiger Anfangsphase verloren die Buchbacher eben selbigen und mussten sich bis zur 83. Minute gedulden, ehe der Siegtreffer fiel. „Das war eine Verkettung unglücklicher Umstände. Erst rutscht der Abwehrspieler weg, der Torwart steht auch nicht so richtig gut und dann fällt der Ball dem Stürmer auf den Kopf“, urteilte Baier über das Tor des Tages. Kann man aber auch ganz anders sehen:

Die präzise Flanke von Patrick Drofa köpfte Stefan Denk mit viel Übersicht – siehste, denkste, zielste – unhaltbar über Zwei-Meter-Mann Pavao Vugdelija in den Winkel. Ein typischer Denk eben, der wie nur ganz wenige Angreifer in dieser Liga eine fast schon stoische Gelassenheit vor dem Tor an den Tag legt. Kaum auszudenken, wenn der Flügelspieler, der ja längst zum Buchbacher Inventar gehört, mal über einen längeren Zeitraum frei von Verletzungssorgen wäre!

Aschaffenburgs Keeper Pavao Vugdelija pfückt mit seinen 2,01 Metern den Ball vor Thomas Leberfinger und Ludwig Dotzler

Aschaffenburgs Keeper Pavao Vugdelija pfückt mit seinen 2,01 Metern den Ball vor Thomas Leberfinger und Ludwig Dotzler

Warum die Buchbacher, die nun seit fünf Runden ungeschlagen sind, nach dem starken Auftakt mit zahlreichen Eckbällen und einigen guten Möglichkeiten ihre anfängliche Dominanz aufgeben mussten, erklärte Baier mit dem „tollen Spiel meiner Mannschaft.“ Buchbachs Mittelfeldlenker Aleks Petrovic rätselte indes: „Das war schon letzte Woche in Nürnberg so. Das Tempo der Anfangsphase kann man nicht über 90 Minuten gehen, aber warum wir uns so schwer getan haben, ist eine gute Frage.“

Patrick Drofa im Kopfball-Duell mit Regionalliga-Debütant Janis Häuser. Hinten Christian Brucia

Patrick Drofa im Kopfball-Duell mit Regionalliga-Debütant Janis Häuser. Hinten Christian Brucia

Vielleicht war’s ja einfach der Druck – jedenfalls war Kapitän Maxi Hain samt seiner Teamkollegen und der gesamten Buchbacher Fangemeinde nach dem Schlusspfiff des „Sechs-Punkte-Spiels“ einfach nur erleichtert: „Das war richtig wichtig.“

Nach dem Seitenwechsel mussten die Buchbacher einige brenzlige Situationen überstehen, insgesamt hinterließ die Defensive aber einen recht guten Eindruck und scheint damit auch für die schweren Auswärtsaufgaben am Gründonnerstag in Ingolstadt und am Ostermontag in Memmingen gerüstet. „Der Sieg war ein Quantensprung, den wir dringend gebraucht haben“, freute sich Trainer Anton Bobenstetter über den etwas glücklichen, aber nicht unverdienten Erfolg, mit dem die Buchbacher den Abstand von acht Punkten auf die Relegationszone gehalten haben. Jetzt haben die Rot-Weißen noch zehn Spiele Zeit um die fehlenden acht oder neun Punkte einzufahren, die eine vierte Spielzeit in Bayerns Eliteliga garantieren würden.

 

TSV Buchbach: Reichlmayr – Leberfinger, Drum, Pflügler (46. Denk) – Brucia, Petrovic, Hain, Löffler – Drofa, Dotzler (70. Hamberger), Bauer (70. Breu). Trainer: Bobenstetter/Werner.

SV Viktoria Aschaffenburg: Vugdelija – Cheron, Wittke, Galm, Alikhil (89. Sejdovic) – Gerhart (86. Fritsch), Desch – Häuser, Wolfert, Amouzouvi (74. Toch) – Albayrak. Trainer: Baier.

Ab geht’s zum Jubeln: Torschütze Stefan Denk wird von Moritz Löffler verfolgt

Ab geht’s zum Jubeln: Torschütze Stefan Denk wird von Moritz Löffler verfolgt

Tor: 1:0 Denk (83.)

Schiedsrichter: Schultes (TSV Betzigau)

Zuschauer: 648

Gelb: Hain, Drofa, Leberfinger – Gerhart, Desch, Häuser

Besonderheiten: keine

(c) mb.presse, weitere Veröffentlichungen nur mit Zustimmung des Autors

Interview zum Spiel TSV Buchbach – SSV Jahn Regensburg

(hai) Die Buchbacher Fußballwelt steht seit kurzem Kopf. Seit einigen Wochen ist es Gewissheit: Der deutschlandweit agierende Sender SPORT1 wird die Regionalliga-Begegnung zwischen dem TSV Buchbach und dem SSV Jahn Regensburg live aus der SMR-Arena übertragen. Da gibt es für die Rot-Weissen eine ganze Menge zu tun, denn eine solche mediale Präsenz ist auch für die Buchbacher Neuland. Wir konnten mit Abteilungsleiter Günther Grübl dazu ein kurzes Interview führen.

Herr Grübl, wie kam es dazu, dass SPORT1 aus Buchbach live sendet?

Buchbachs Abteilungsleiter Günther Grübl freut sich auf das Spiel gegen den SSV Jahn Regensburg, das auf SPORT1 live übertragen wird.
Nach Aussagen von SPORT1 hatten sie den TSV Buchbach schon länger auf dem Radar. Aber auch der Bayerische Fußballverband hat uns hier hervorragend unterstützt. Und da bot sich dann eben das Spiel gegen den ungemein ambitionierten SSV Jahn Regensburg an, der ja den Aufstieg in die 3. Liga mit aller Gewalt anstrebt. Welch spielerische Qualität der Jahn hat, haben wir am eigenen Leib erleben müssen, als wir trotz Sonderzugfahrt und unglaublicher Fanunterstützung in der neuen Continental-Arena eine Niederlage einstecken mussten. Aber wir werden mit allen Kräften versuchen, in unserer SMR-Arena diese Scharte auszumerzen. Und die Live-Übertragung dieses Spiels durch SPORT1 ist uns da natürlich ein zusätzlicher Ansporn.

Buchbachs Abteilungsleiter Günther Grübl freut sich auf das Spiel gegen den SSV Jahn Regensburg, das auf SPORT1 live übertragen wird.

Buchbachs Abteilungsleiter Günther Grübl freut sich auf das Spiel gegen den SSV Jahn Regensburg, das auf SPORT1 live übertragen wird.

Die Breitenwirkung dieser Live-Übertragung ist wahrscheinlich enorm. Womit rechnen Sie?

Nun, zuerst hoffe ich natürlich auf eine proppevolle SMR-Arena. Vielleicht können wir unseren Zuschauerrekord von gut 2500 damals gegen den FC Bayern München II toppen. Und nach Meinung von SPORT1 wird von wenigstens 250.000 Fernsehzuschauern bei der Live-Übertragung ausgegangen. Das ist gigantisch. „David gegen Goliath“ wird in der ganzen Bundesrepublik zu sehen sein. Das ist für uns, den Markt Buchbach und den Landkreis Mühldorf schon eine riesige Sache und auch sehr spannend. Darüber hinaus haben sich die Spitzenfunktionäre des Deutschen und Bayerischen Fußballbundes angekündigt. Wie gesagt, ein Event in Buchbach, das so schnell nicht wieder kommen wird. Und wir werden alles dafür tun, dass es den Gästen in Buchbach gefällt, und dieser Tag allen in bester Erinnerung bleibt.

Wie gehen Sie logistisch mit dieser Herausforderung um?

Ich glaube, wir haben in der Vergangenheit bewiesen, dass wir das können. Da steht der TSV Buchbach wie ein Mann. Neben Grillsau und unseren bekannt-leckeren Grillschmankerln ist natürlich für alles bestens vorgesorgt. Die Fans dürfen sich auf einen richtig tollen Fußballnachmittag freuen. Sowohl auf dem Spielfeld, als auch drumherum.

Thema Sicherheit: Wie gehen Sie damit um?

Hier werden wir größtmögliche Sorgfalt an den Tag legen. Livespiele könnten natürlich dazu verführen, diese Plattform auszunutzen. Das wurde uns auch von den Sicherheitsbehörden so kommuniziert. Bei den Einlasskontrollen werden wir also so sehr genau hinschauen. Dazu werden wir Vorabkontrollen durch Security-Spezialisten durchführen lassen. Für die Fans heißt das: Bitte rechtzeitig kommen, um nichts vom Spiel zu verpassen. Dafür möchte ich um Verständnis werben. Aber es ist ja im Sinne der Sicherheit für uns alle.

Was wünschen Sie sich für das Spiel?

Ein volles Haus. Einen sportlichen Erfolg für den TSV Buchbach. Einen tollen und unvergesslichen Fußballnachmittag. Keine Verletzungen der Spieler und friedliche Fans, die ihre Mannschaften kräftig anfeuern. Richtig schön wäre es für mich auch, wenn die Buchbacher Fans sich in der SMR-Arena als solche zeigen: Mit Schals, Fahnen, Käppis und vielem mehr. Es sollte eine rot-weisse Kulisse sein, die in ganz Deutschland Aufsehen erregt. Es sollte ein Fußball-Event sein, das einfach allen richtig Spaß macht – den Fans in der SMR-Arena und den Zuschauern vor dem Bildschirm.

Haben Sie nicht die Befürchtung, dass durch die Live-Übertragung die Zuschauer in der SMR-Arena wegbleiben?

Sicherlich wird es den ein oder anderen geben, der sich das Spiel dann zu Hause auf der Couch ansehen wird. Aber wer die Atmosphäre in der SMR-Arena kennt, wird alles daran setzen, selbst mit dabei zu sein. Noch dazu bei diesem herausragenden Ereignis für den TSV Buchbach. Und wer sich die Übertragung dennoch nicht entgehen lassen will, dem werden wir eine gute Stunde nach dem Spiel die Möglichkeit geben, sich die Übertragung durch SPORT1 mit allen Facetten auf Großbildleinwand in der Stockschützenhalle nachträglich anzusehen. Unsere Fans verpassen also nichts. Zuerst live im Stadion, und dann gemütlich alles nochmals analog der SPORT1-Berichterstattung bei bester Bewirtung. Das wird ein richtig toller Fußballtag.

Bonuspunkt für Buchbach beim kleinen Club

Maxi Bauer trifft beim 1:1 in Nürnberg – Vor der Pause sogar Chancenplus

 

Erzielte in Nürnberg seinen sechsten Saisontreffer: Maxi Bauer

Erzielte in Nürnberg seinen sechsten Saisontreffer: Maxi Bauer

Bonuspunkt für den TSV Buchbach in der Fußball-Regionalliga Bayern: Die Rot-Weißen haben am Samstag beim Tabellendritten in Nürnberg ein 1:1 erkämpft und haben jetzt acht Punkte Abstand zur Relegationszone. „Wir konnten das Tempo der Nürnberger mitgehen. Das stimmt mich für die kommenden Aufgaben zuversichtlich“, so Trainer Anton Bobenstetter.

Das wichtige Heimspiel gegen Viktoria Aschaffenburg am kommenden Samstag um 16 Uhr in der SMR-Arena ist bereits der Auftakt zu den ersten englischen Wochen des Jahres mit den Auswärtsbegegnungen in Ingolstadt und Memmingen, ehe am 3. April der Heimspielkracher gegen den SSV Jahn Regensburg und am 6. April der Pokalhit gegen Memmingen folgen.

„Gegen Aschaffenburg müssen wir alles in die Waagschale werfen, um den ersten Dreier des Jahres einzufahren“, sagt Bobenstetter mit Blick auf die Tabelle und die anstehenden Aufgaben. Der Coach hofft dabei auch auf das „Quäntchen Glück, das uns gegen Fürth und Nürnberg gefehlt hat, das man aber braucht, um in dieser Liga Spiele zu gewinnen.“ Bobenstetter bezieht sich dabei in erster Linie auf mögliche Elfmeterentscheidungen. „Wir wollen ja nicht jammern, aber die Fernsehbilder haben  die Strafraum-Fouls an Maxi Bauer und Moritz Löffler letzte Woche klar aufgedeckt“, so Bobenstetter, der nach dem Führungstreffer auch in Nürnberg eine Szene gesehen haben will, in der Schiedsrichter Thomas Berg hätte pfeifen können: „Maxi Bauer wird da im Strafraum klar geschubst, aber das sind halt so 50:50-Entscheidungen. Mal pfeift der Schiri, mal nicht. Auf jeden Fall hätte uns ein Elfer zu einer möglichen 2:0-Führung gut getan.“

Hielt mit seinen Abwehrkollegen im zweiten Durchgang den Laden dicht: Maxi Hain

Hielt mit seinen Abwehrkollegen im zweiten Durchgang den Laden dicht: Maxi Hain

Die Gäste gaben in der Anfangsphase recht eindeutig den Ton an, wobei Lukas Dotzler einmal neben den Kasten zielte und zwei Minuten später nach Flanke von Patrick Drofa frei zum Kopfball kam, den jedoch Keeper Sebastian Kolbe entschärfen konnte (15.). In der 32. Minute war es dann aber so weit: Eine Flanke von Aleks Petrovic schaufelte Bauer unerreichbar für Kolbe in die Maschen – sein sechster Saisontreffer! Doch die Freude währte nicht all zu lange. Fünf Minuten später gelang den Gastgebern nach einem sensationellen Angriff der Ausgleich, der auch Bobenstetter höchsten Respekt abnötigte: „Das haben die Nürnberger gespielt wie Barcelona, da hätten wir fast klatschen müssen.“ Ivan Knezevic bediente Mike Ott, der auf Robert Koch querlegte, so dass dieser ohne Mühe vollstrecken konnte (37.). Bobenstetter: „Bei dem Angriff haben wir den Ball nicht einmal ansatzweise berührt, so stark war das gespielt.“

Nach dem Seitenwechsel rissen die Nürnberger die Initiative an sich und immer dann, wenn Buchbach bei eigenen Angriffen nicht zum Abschluss kam, ging die Post richtig ab. Doch letztlich konnten sich Maxi Hain, Thomas Leberfinger, Maxi Drum und Florian Pflügler immer wieder in letzter Sekunde in die Bälle der Nürnberger werfen, so dass es bei der Punkteteilung blieb. Bobenstetter: „Wir haben uns super präsentiert. Schließlich haben wir beim Dritten einen verdienten Punkt geholt. Die Tabelle lügt ja um diese Jahreszeit nicht. Die Nürnberger haben mit ihren vielen Kaderspielern aus der Bundesliga extrem hohe Qualität, haben aber auch zugegeben, dass sie überrascht waren, wie stark wir in der ersten Hälfte aufgetreten sind.“
FC Nürnberg II: Kolbe – Wenniger, Mühl, Mössmer (46. Özdemir), Lippert – Koch, Preißinger – Hercher, Ott (71. Gislason), Knezevic (81. Feil) – Baumann. Trainer: Prinzen

TSV Buchbach: Reichlmayr – Leberfinger, Drum, Pflügler – Brucia, Petrovic, Hain, Löffler (85. Motz) – Drofa, Dotzler (64. Denk), Bauer (75. Breu). Trainer: Bobenstetter / Werner

Tore: 0:1 Bauer (31.), 1:1 Koch (37.)

Schiedsrichter: Berg (TSV Landshut-Auloh)

Zuschauer: 229

Gelb: Koch, Mühl – Bauer

Besonderheiten: keine

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