Jahreshauptversammlung

Sehr harmonisch verlief die diesjährige Jahreshauptversammlung der Buchbacher Fußballabteilung. Günther Grübl konnte neben einigen Ehrengästen fast 50 Abteilungsmitglieder begrüßen. In seinem Rechenschaftsbericht ging er neben der sportlich sehr schwierigen Regionalligasaison 2016/2017 insbesondere auf die aktuell laufende sechste Spielzeit in der höchsten deutschen Amateurliga ein. „Der TSV Buchbach ist von Anfang an mit dabei. Darauf dürfen wir richtig stolz sein. Und in dieser Saison läuft es auch deutlich besser, als in der letzten. Trotz vieler Verletzungen stehen wir gut da. Aber die Tabellensituation ist eng. Die Mannschaft und das Trainerteam leisten hervorragende Arbeit. Ich bin daher guter Dinge“, so Grübl. Und auch der 2. Mannschaft sprach er seine Anerkennung aus. „Auch da wird hervorragend gearbeitet. Und wir wissen natürlich auch, dass es für die Regionalliga-Zweite nicht immer einfach ist“. Im Jugendbereich sieht Grübl den TSV Buchbach und den Partner TSV Obertaufkirchen auf einem guten Weg. „Wir haben 12 Mannschaften im Spielbetrieb. Alle Teams sind mit wenigstens zwei Trainern unterwegs. Und mit unserem Jugendkonzept und der breiteren personellen Aufstellung haben wir eine gute Basis für die Zukunft geschaffen“. Und auch den Verantwortlichen im außersportlichen Bereich sprach er Dank und Anerkennung aus. „Ohne unsere Volksfest-Heimspiele, den Förderverein und die Werbegesellschaft wäre der sportliche Erfolg unserer Fußballer undenkbar“.
Jugendleiter Willi Ganser gab einen Rückblick über die abgelaufene Saison, in der es durchaus ansehnliche sportliche Erfolge zu verzeichnen gab. Er bedankte sich bei den Trainern für die hervorragende Leistung. „Das ist Top, was hier geleistet wird“. In seiner Vorschau wies er auf das traditionelle Hallenturnier hin, das voraussichtlich im Januar ausgetragen wird. Darüber hinaus ist ein Trainerlehrgang für die Erlangung der C-Lizenz in Planung.
Nach dem Kassenbericht, den Wolfgang Bauer für die verhinderte Kassenwartin Helga Limmer vortrug, kam der Punkt „Spartenbeitrag“ zur Diskussion. Günther Grübl begründete die Notwendigkeit dieser übersichtlichen Abgabe für alle aktiven Fußballerinnen und Fußballer derart schlüssig, dass es zu keinen Diskussionen kam. Ab dem 1.1.2018 gelten demnach folgende Spartenbeitragssätze: Kinder bis zum 13. Lebensjahr zahlen 30 €. Für Jugendliche vom 13.-17 Lebenjahr werden 35 € fällig. Und für Volljährige beträgt der Spartenbeitragssatz 50 € pro Jahr. „Die Erlöse aus der Erhebung der Spartenbeiträge kommen vollständig der Jugendarbeit zu Gute. Die Jugendabteilung wird künftig ein eigenes Budget erhalten“, so Grübl.

Spendenübergabe TSV Buchbach

Am vergangenen Samstag kam beim TSV Buchbach bereits das Christkind in Person von Vorstandsmitglied Bernd Renschler und Geschäftsstellenleiterin Monika Zeiler von der Sparkasse Altötting-Mühldorf. Sie übergaben an den TSV Buchbach zwei Spendenschecks über insgesamt 6.000 €. „Mit unserer finanziellen Unterstützung wollen wir die tolle Arbeit des TSV Buchbach unterstützen, und möchten unter unserem Leitspruch „Sparkasse – Mehr Mensch. Mehr Leistung. MehrWert. Gut für die Region“ zeigen, dass wir uns als regionales Kreditinstitut hier gerne trotz schwieriger Marktbedingungen nach wie vor auch finanziell engagieren. Mit 4.500 € fördern wir das überzeugende Fußball-Jugendkonzept des TSV. Und die weiteren Sparten des TSV Buchbach Kultvereins erhalten 1.500 € Spende aus unserem Sponsoring-Budget“, so Vorstandsmitglied Bernd Renschler. Die Spartenleiter und die Jugendabteilung der Fußballabteilung nahmen die Spenden mit großem Dank entgegen. TSV-Vorstand Anton Maier bedankte sich stellvertretend für die großzügigen Spenden. „Herzlichen Dank für Ihre Spenden, Herr Rentschler. Sie können sich darauf verlassen, dass der TSV Buchbach die Gelder in Ihrem Sinne einsetzen und verwenden wird“.

Foto (hai) : Die Vertreter der Sparkasse Altötting-Mühldorf, Frau Monika Zeiler  (3. v.r.) und Vorstandsmitglied Bernd Renschler (6.v.r.) bei der Spendenübergabe an die Vertreter des TSV Buchbach

Fußball-Feriencamp

Der TSV Buchbach veranstaltet in Kooperation mit dem SEMPT-Fussballstützpunkt wieder ein offenes Feriencamp. „Das offene Ostercamp ist Teil unseres Jugendförderkonzepts und hat sich inzwischen seit mehreren Jahren bewährt“, so Buchbachs sportlicher Leiter Georg Hanslmaier. Das Camp findet am Buchbacher Sportgelände an der Jahnstraße vom 20. bis 21. April statt. Die Trainingszeiten sind jeweils von 10.00 – 16.00 Uhr. „Alle Bereiche des Fußballs werden durch die unterschiedlichen Trainingszirkel abgedeckt. Von verschiedenen Finten über Koordination und Torschüssen ist alles dabei. Auch Abschlussturniere und -spiele stehen auf der Tagesordnung“, so Hanslmaier.  Der Preis liegt bei 75 EUR inkl. Verpflegung und Trinkflasche. Michael Schöttner, Campleiter und Inhaber des SEMPT-Fussballstützpunkt bittet alle Eltern, ihre interessierten Kinder ab Jahrgang 2009 bis 2003 unter www.tsvbuchbach-fussball.de/junioren anzumelden.

Text: Erich Haider

Günther Grübl ein Vierteljahrhundert Buchbacher Abteilungsleiter

Eine schier unglaubliche Fußball-Erfolgsstory voller Höhepunkte – Der Weg geht immer weiter

Günther Grübl in seinem „Arbeitszimmer“ in der Sportplatzgaststätte

Günther Grübl in seinem „Arbeitszimmer“ in der Sportplatzgaststätte

Helmut Kohl war Bundeskanzler, Michael Schumacher debütierte in der Formel 1 und der 1. FC Kaiserlautern feierte die Deutsche Fußball-Meisterschaft. Weit ab von großen Ereignissen übernahm 1991 ein junger Mann namens Günther Grübl die Leitung der Fußball-Abteilung beim TSV Buchbach, der gerade in die C-Klasse abgestiegen war. 25 Jahre später ist der damals 31-Jährige immer noch Abteilungsleiter der Rot-Weißen, die in diesem Vierteljahrhundert einen unglaublichen Siegeszug antraten und jetzt bereits die fünfte Saison in der Fußball-Regionalliga Bayern spielen.

„Ich war damals selber noch Spieler in Weidenbach, als Albert Kerbl auf mich zukam und mich fragte, ob ich das Amt übernehmen wolle. Auch einige Spieler aus Buchbach haben mich gedrängt, das zu machen“, erinnert sich Grübl, der sich daraufhin ein Konzept zurecht gelegt hat: „Ich habe dann gleich die 2. Mannschaft abgemeldet – das war eine meiner ersten Amtshandlungen nach der Wahl. Ein Jahr später haben wir die Reserve unter anderen Voraussetzungen wieder angemeldet. Vor unpopulären Maßnahmen habe ich mich nie gescheut, wenn ich überzeugt war, dass richtig für den Verein sei.“

Die Weggefährten der ersten Stunde haben Grübl über viele Jahre begleitet und sind größtenteils, wenn auch in veränderter Position, noch heute mit an Bord: Erwin Bierofka war Schriftführer, Leonard Werner Stellvertreter, Wolfgang Bauer  Schatzmeister und bis 2016 Marketingleiter, Martin Hanslmeier Leiter der Werbegesellschaft und der damalige Mannschaftskapitän Georg Hanslmaier ist heute noch 2. Abteilungsleiter. „Wir waren ja damals wirklich nicht auf Rosen gebettet und ohne meine zuverlässigen Kollegen, die mit mir um jeden kleinen Fortschritt gekämpft haben, hätte ich keine Chance gehabt“, denkt der Abteilungsleiter an schöne und weniger gute Zeiten zurück: „Uns ist beileibe nichts in den Schoß gefallen. Und es gab natürlich auch Rückschläge, aber die haben wir weggesteckt und sind dann aus diesen Situationen gestärkt hervorgegangen.“

Sieben Spielklassen haben die Buchbacher unter Führung von Grübl in wenigen Jahren überwunden, in den Anfangsjahren einen Deutschen Rekord von 75 ungeschlagenen Spielen aufgestellt und je höher der Verein kletterte, umso klarer erschien es: Mehr geht nicht! Grübl: „Als wir erstmalig in der Kreisliga waren, haben wir dann auch eine Stadionzeitung gemacht. Ich erinnere mich noch ganz genau, wie alle Spieler dabei waren, um die einzelnen Blätter zu falten und zu heften. Dieser Zusammenhalt, das Miteinander war immer schon unsere Stärke.“

Nach zwei Jahren Kreisliga gelang 1999 der Sprung in die Bezirksliga Ost, spätestens zu diesem Zeitpunkt schien das Ende der Fahnenstange endgültig erreicht. Wie sollte ein Verein aus einer Marktgemeinde von damals rund 2500 Einwohnern noch höher spielen? Der ambitionierte Trainer Anton Bobenstetter, den Grübl 1995 aus Eglkofen losgeeist hatte, obwohl er schon in Oberbergkirchen zugesagt hatte, verabschiedete sich zum regionalen Renommier-Club TSV Ampfing in die Landesliga Süd, weil auch er der Meinung war, dass er mit Buchbach niemals „so hochklassig“ spielen könne.

Günther Grübl nach einem großen Sieg: Im November letzten Jahres nach dem 3:2 gegen die kleinen Bayern herzt der Abteilungsleiter den Doppeltorschützen Maxi Bauer

Günther Grübl nach einem großen Sieg: Im November letzten Jahres nach dem 3:2 gegen die kleinen Bayern herzt der Abteilungsleiter den Doppeltorschützen Maxi Bauer

Doch der Buchbacher Weg war trotz aller Unkenrufe noch längst nicht zu Ende. „Wir waren ja auch erst einmal überzeugt, dass die Bezirksliga das höchste der Gefühle sei, doch dann hat sich das wieder weiterentwickelt“. Bobenstetter kehrte zurück und nach einem nicht für möglich gehaltenen Siegeszug durch die damalige Bezirksoberliga fand sich der TSV Buchbach 2004 plötzlich in der Landesliga wieder, vier Jahre später ging es rauf in die Bayernliga und seit 2012 ist Buchbach in Liga vier. Bobenstetter war nur beim Sprung von der Landes- in die Bayernliga nicht dabei, alle anderen Aufstiege ging auf sein Konto. Grübl: „Wir sind als Kinder  zusammen aufgewachsen. Wir sind Freunde und arbeiten gleichzeitig seit 17 Jahren zusammen für den TSV Buchbach. Das ist  nicht normal im Fußball, aber das ist auch ein Garant für unseren Erfolg.“

Auf dem Weg zum Erfolg gab es auch außerhalb des Platzes zahlreiche Hürden zu überspringen, denkt der Abteilungsleiter an so manche Herausforderungen, die zu bewältigen waren: „Wir sind immer wieder an Grenzen gestoßen und gegen Mauern gerannt. Und auch in Zukunft werden immer wieder Themen auf uns zukommen, die uns fordern und für andere auf den ersten Blick unlösbar erscheinen. Vielleicht bin ich manchmal zu undiplomatisch, aber ich verbiege mich nicht, bleibe dran und kann dann auch etwas durchdrücken, wenn ich weiß, dass ich die Rückendeckung meiner Mitstreiter habe.“

Günther Grübl im Gespräch mit Erich Haider, Mitarbeiter im Presseteam und lang Jahre auch Stadionsprecher

Günther Grübl im Gespräch mit Erich Haider, Mitarbeiter im Presseteam und lang Jahre auch Stadionsprecher

Apropos Rückendeckung. „Der größte Dank in all den Jahren gehört meiner Frau Rosmarie. Sie hat mir immer den Rücken frei gehalten. Man darf ja nicht vergessen, dass das alles nicht so einfach ist, wenn man vier kleine Kinder zuhause hat, ein Haus baut und noch gleichzeitig die Meisterschule macht. Der Gedanke, dass ich mal pausieren müsste, um das alles bewältigen zu können, ist mir aber nie gekommen.“ Auch dank der Hilfe vieler Freunde, die beim Hausbau zugepackt haben, während Grübl mit der Mannschaft unterwegs war. „Das war immer überwältigend, wenn ich dann abends vom Fußball nach Hause gekommen bin und ganze Bauabschnitte waren fertig. Umgekehrt hat sich bei uns auch keiner davor gedrückt, wenn wir am Sportplatz die Schaufel in die Hand nehmen mussten.“

Geben und nehmen – mit diesem Motto ist der Buchbacher Abteilungsleiter in all den Jahren gut gefahren. „Jeder kennt meinen Spruch, dass bei uns die Putzfrau genauso wichtig ist wie der Präsident, die Trainer oder der Kapitän. Und natürlich wie unser Platzwart Gino, ohne dessen unermüdlichen Einsatz wir immer noch auf einer Wiese spielen würden. Bei aller Geradlinigkeit und Verlässlichkeit muss die Menschlichkeit immer im Vordergrund stehen. Das gilt im Umgang mit den Spielern, den Funktionären, den ganzen freiwilligen Helfern und auch den Sponsoren. Franziska und Franz Bauer sind seit 15 Jahren dabei, Albert Kerbl von Anfang an. Das hat immer tausendprozentig gepasst. Ein kleiner Verein muss eben spezielle Stärken haben.“

All diese speziellen Tugenden versucht Grübl vorzuleben: „Wichtig ist, dass man an seinen Leitlinien festhält. Man wird ja nicht als Abteilungsleiter geboren. Aber man lernt dazu, man reift als Mensch und Persönlichkeit, man erlebt Enttäuschungen, aber auch viel Freude und Herzlichkeit. Vielleicht sind die letzten 25 Jahre deswegen so schnell vergangenen. Ich bin mir sicher, dass ich dem Fußball viel gegeben habe, aber noch mehr hat der Fußball mir gegeben.“

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