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Mitte Dezember fand in Bad Gögging die Wintertagung der 19 Bayernliga-Vereine mit der Verbandsspitze statt. Jürgen Faltenbacher aus Waldsassen, seit 2006 Vorsitzender des Verbandspielausschusses des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) und damit Spielleiter der Bayernliga hat gestern mitgeteilt, dass er im Juli 2010 beim BFV-Verbandstag in Bad Gögging nicht mehr für dieses Amt kandidieren wird. Faltenbacher soll einen Posten im Präsidium des BFV übernehmen, nämlich das Amt des Schatzmeisters. Wir sprachen mit dem 41 Jahre alten Funktionär, der beruflich bei der Stadtverwaltung in Waldsassen beschäftigt ist.
Frage: Herr Faltenbacher, Sie sind im vierten Jahr in der Funktion als Verband-spielleiter tätig. In Ihrem Aufgabenbereich sind Sie zudem Vorsitzender des Verbandspielausschusses sowie Spielleiter der Bayernliga. Nun wird es beim Verbandstag des Bayerischen Fußball-Verbandes am 23. und 24. Juli 2010 in Bad Gögging Veränderungen geben, die auch Ihre Person betreffen. Was wird sich da möglicherweise ändern? Jürgen Faltenbacher: „BFV-Präsident Dr. Rainer Koch hat mich schon vor langer Zeit gebeten, mich für ein Mandat im Präsidium zur Verfügung zu stel-len. Nachdem inzwischen auch der Verbands-Vorstand sich gleichlautend geäußert hat, bin ich gerne bereit diesem Wunsch nachzukommen.“ Frage: Um welches Amt handelt es sich dabei? Werden Sie der neue Schatzmeister des BFV? Faltenbacher: „Ja, es ist so vorgesehen, wenn ich denn gewählt werde. Zumin-dest bewerbe ich mich um dieses Amt. Günther Lommer, der bisherige Schatzmeister, möchte sich auf Grund seiner starken Belastung als BLSV-Präsident am Verbandstag nur noch als BFV-Vizepräsident zur Wahl stellen.“ Frage: Würde Ihnen das Amt des Schatzmeister besonders zusagen? Denn Sie arbeiten ja beruflich bei des Stadt Waldsassen auch im Finanzbereich? Faltenbacher: „Zunächst möchte ich feststellen: Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps! Wenn man mit Finanzen zu tun hat, sollte man eins und eins einigermaßen zusammenzählen können und ich glaube, dass ich das ganz gut hinbekomme. Nein Spaß bei Seite, sicherlich könnte dies in der einen oder anderen Situation hilfreich und von Vorteil sein. Frage: Sie gehören beim BFV zu der jungen Garde an Funktionären, die schon weit gekommen sind. Wie sehen Sie Ihre Nominierung für einen Posten in der obersten Führungsebene des BFV? Faltenbacher: „Auch ohne starre Altersgrenze hat es der BFV in den letzten Jahren geschafft, junge Führungskräfte in Spitzenämter zu bringen. Ich sehe das Ganze aber durchaus auch ein Stück als eine Wertschätzung und Auszeichnung für die von mir bis jetzt geleistete Arbeit beim BFV. Darüber freue ich mich na-türlich, weil mir die Verbandsarbeit zum Wohle der Vereine sehr viel Spaß macht. Außerdem kenne ich die Arbeit innerhalb des Verbandes von Grund auf, weil ich bereits in allen Bereichen, also auf Kreis-, Bezirks- und Verbandsebene, tätig war oder bin.“ Frage: Sie haben sich im Bayerischen Fußball-Verband in den letzten Jahren sehr schnell einen guten Namen gemacht und im Verbands-Spielausschuss in relativ kurzer Zeit einiges bewegt, haben den Dialog mit den Vereinen gesucht und sich den Problemen, auch der kleinen Vereine, angenommen. Gehen Sie damit nicht dem wichtigen Bereich der spieltechnischen Fragen im Verband verloren? Faltenbacher: „Nein, sicher nicht. Der Spielbetrieb ist das Herzstück der Ver-bandsarbeit und deshalb immer zentrales Thema der Arbeit im Präsidium. Au-ßerdem ist angedacht, dass ich in den übergeordneten Gremien des Spielbetrie-bes weiterhin die Interessen von Bayern vertreten und wahrnehmen soll. Frage: Damit werden Sie auch Ihren Sitz im DFB-Spielausschuss behalten? Faltenbacher: „Ja, nach dem Willen des BFV soll das so bleiben. Aber darüber entscheidet das DFB-Präsidium nach dessen Neuwahl im Herbst 2010.“ Frage: Es ist auch zu hören, dass Sie im August 2010 neuer Spielleiter der Re-gionalliga Süd werden sollen. Ist da etwas dran? Faltenbacher: „Das ist reine Spekulation. Über ungelegte Eier spreche ich nicht so gerne…“. Frage: Sie sind 41 Jahre jung, stehen aber auf der Karriereleiter schon sehr weit oben. Haben Sie mit Ihrem so schnellen Aufstieg gerechnet? Faltenbacher: „Es ist sicher insgesamt relativ schnell gegangen und es war auch nicht immer ganz einfach und so zu erwarten. Man muss auch viel Glück haben und zur rechten Zeit am richtigen Ort sein. Außerdem braucht man Leute, die einem vertrauen und genügend Spielraum zur Entfaltung geben, so wie das unser Präsident Dr. Koch mir gegenüber stets tut. Aber Erfolg bedeutet auch harte Arbeit. Wenn sich etwa meine Freunde am Wochenende vergnügen, sitze ich vielleicht Zuhause am PC und arbeite für den Fußball oder bin zu einer Sit-zung irgendwo in Deutschland unterwegs. Die freien Wochenenden haben sich auf ein Minimum reduziert. Man muss schon Abstriche machen um erfolgreich im Fußball-Funktionärsleben zu sein. Aber wer mich kennt weiß, wenn ich eine Sache übernehme, dass ich diese dann voll und ganz ausführe, das ist mein Na-turell“. Frage: Wie fällt Ihre persönliche Bilanz als Verbandspielleiter aus? Faltenbacher: „Es ist einiges passiert. Die dringend notwendige Reform des Toto-Pokals ist auf den Weg gebracht worden, sie wurde in diesem Jahr schon eingeführt und umgesetzt. Sicher werden wir noch an Feinheiten arbeiten müs-sen. Weitere zukunftsweisende Ideen sind vorbereitet und im Fluss. So läuft derzeit ein Informationsaustausch mit den 56 bayerischen Landesligisten über eine mögliche Landesligareform. Wir erfragen und erarbeiten fortwährend Mo-delle für einen modernen Spielbetrieb der Zukunft auf Verbandsebene in Bay-ern. Aber eines ist doch das Wichtigste überhaupt: Der Dialog mit unseren Ver-einen – und der wurde von mir ganz besonders gepflegt und ganz oben angesie-delt! Ganz in diesem Sinne fällt ja auch das Motto aller Kreis- und Bezirkstage des BFV aus: Verband und Vereine – ein Team!“ Frage: Wer soll denn Ihr Nachfolger als Vorsitzender des Spielausschusses werden? Faltenbacher: „Es gibt derzeit einen Bewerber für meine Nachfolge als Ver-bandsspielleiter, und zwar den Bezirksspielleiter der Oberpfalz, Josef Janker. Aber jeder muss ja erst einmal gewählt werden. Dies trifft auf alle zur Debatte stehenden Funktionen zu, natürlich auch noch für meine Person. Und außerdem gibt es bis zur Wahl im Juli noch sehr viel Arbeit!“ Frage: Wird es beim Verbandstag des BFV im Juli 2010 in Bad Gögging weite-re personelle Veränderungen im Verbands-Spielausschuss geben? Faltenbacher: „Peter Moossmann, bis zum Saisonende noch Spielleiter der Landesliga Süd, hat bereits im Sommer diesen Jahres seinen Abschied im Som-mer 2010 verkündet. Für seine Position gibt es einen Bewerber und zwar Johann Wagner, den Bezirksspielleiter aus Schwaben. Klaus Jacke und Christof Hille, die für die Landesligen Mitte und Nord zuständig sind, haben beide erklärt wie-der zur Verfügung zu stehen. Bis jetzt sind keine weiteren Veränderungen ab-sehbar.“ Interview: Dirk Meier |